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Übers glücklich sein

25. Juli 2017
glücklich sein

Gestern Abend, als wir am Strand gesessen sind, den Sonnenuntergang beobachtet und Musik gehört haben, hatte ich plötzlich ein überwältigendes Glücksgefühl. Ich habe realisiert, dass alles ganz wundervoll ist, genau wie es jetzt ist, und ich mir kein schöneres Leben vorstellen könnte. Ich hatte den Wind in den Haaren, Sand zwischen den Zehen und Angie und ich haben über Gott und die Welt gesprochen – eingekuschelt in warme Pullis auf einer Sanddüne irgendwo in Ericeira.Es war ein kleiner Moment an einem Tag, der als Ganzes ziemlich schön war, und doch hatte er eine solche emotionale Wucht. Abends bin ich noch länger wach gelegen und habe über die letzten Wochen nachgedacht – über das glücklich sein, mein Leben im Allgemeinen und über Dankbarkeit. 

Vielleicht bewegt mich diese Erkenntnis besonders, weil ich das Gefühl habe, dass sich mein Leben in den letzten 6 Monaten ziemlich verändert hat. Ja, vielleicht bin ich gerade deshalb so dankbar. Am 1. Jänner 2017 bin ich mit dem Zug vom Krems nach Wien gefahren und habe meine „Welcome 2017“ Playlist gehört, als ich plötzlich eine Nachricht bekommen habe, die mich für einen kurzen Moment total aus der Bahn geworfen hat. Es war nicht wirklich die Nachricht selbst, die etwas in mir ausgelöst hat – sie war eher der finale Stoß, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich habe einfach nur geweint, was, wie jeder, der mich kennt, weiß, ziemlich selten vorkommt. Mein einziger Gedanke war: „Und so fängt mein Jahr an?“

Die kommenden Wochen war ich, als Mensch mit einer ziemlich guten Selbstreflexion, gewillt, mich nicht selber zu bemitleiden, sondern mich einfach abzulenken. Ich hatte wahnsinnig viel in der Uni zu tun und nahm zusätzlich noch das Angebot von Pascal an, gecoached zu werden, um meine verbleibende Zeit mit Sport und Kochen zu füllen. Auch, wenn sich das Ganze vielleicht ein bisschen verrückt anhört – es hat recht gut funktioniert. Ich habe meine Energie in die Uni, das Coaching und den Blog gesteckt und hatte nur wenig Zeit, um nachzudenken. Die Erfolge beim Training, die Freude am Kochen, das Ende der Prüfungen und der bevorstehende Trip nach Amsterdam haben mich durch den kalten und grauen Jänner gebracht und dazu geführt, dass es mir eigentlich ganz gut ging. Nach Außen habe ich wahrscheinlich sogar recht glücklich gewirkt und ich habe, wie ich es immer tue, das beste aus der Situation gemacht. Selbst in schwierigen Zeiten versuche ich daran festzuhalten, dass das Leben nicht nur großartig sein kann – es muss Höhen und Tiefen geben. Nichts lässt einen mehr Lebensfreude verspüren, als wenn man realisiert, wie sehr sich das Leben gewandt hat und wie schön es ist, dass schwere Zeiten vorbeigehen. Damals, im Jänner, habe ich folgenden Absatz in einem Blogpost geschrieben:

Im Jänner gab es viele Tage, an denen ich mit dem Kopf nur beim Lernen, Sport, Kochen oder Bloggen war, aber auch Momente, in denen ich mich ein wenig verloren gefühlt habe. Irgendwie einsam in einem Raum voller Menschen, unvollständig, nicht angekommen und, kurz gesagt, „lost“. Obwohl ich mit dem Studium, dem Bloggen und meinem Leben grundsätzlich sehr zufrieden bin, gebe ich zu, dass ich schon mal glücklicher war. Oder vielleicht nicht glücklicher, aber ich hatte definitiv schon mal mehr das Gefühl, dass alles so ist, wie es sein soll. Aber das ist okay – zu Zweifeln, mal pessimistisch und einsam zu sein oder sich zu fragen, wo das alles hinführen soll, gehört genauso zum Leben dazu wie die perfekten Glücksmomente. Eines Tages wird alles Sinn machen, das Grübeln und Zweifeln wird weniger werden, es wird sich alles so fügen, wie es sein soll und man wird verstehen, warum alles so kommen musste, wie es gekommen ist. Kein leichter Gedanke für einen impulsiven, spontanen und ungeduldigen Menschen wie mich, aber ein guter Lernprozess.

Die Monate sind vergangen, ich habe viel dazugelernt und genau, wie ich es mir im Jänner selbst gesagt habe, ist alles so gekommen, wie es musste. Die ersten Monate von 2017 war ich ein wenig einsam, habe mich durchboxen müssen und habe oftmals alles in Frage gestellt. Ich war unglücklich verliebt, oder vielleicht auch einfach verliebt in den Gedanken einer neuen Liebe. Im Laufe der Zeit hat sich meine Methode, um mich selbst aufzubauen, ein bisschen verändert. Zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit war ich mit Freunden feiern und tanzen und habe entdeckt, dass es mir gut tut, einfach gedankenlosen Spaß zu haben. Auch hier kann ich behaupten, dass am Ende alles irgendwie einen tieferen Sinn hat – denn genau beim Ausgehen im Club, einem Ort, der teilweise nicht anonymer und unpersönlicher sein könnte, habe ich den Menschen kennengelernt, der alles auf den Kopf gestellt hat.

When there’s nothing left to giving one more try
‚Cause tomorrow’s gonna bring a new sunrise
No matter where you go
I can be the light to guide you Home
And honey you should know
Even in the longest, darkest night
You’ll find the light
If you look on the bright side
If you look on the bright side

Natürlich ist auch jetzt nicht immer alles perfekt, aber ich könnte nicht glücklicher sein. Ich weiß, dass ich nach diesem Traumurlaub, den Angie und ich erleben, zu dem Menschen, den ich liebe, nach Hause komme. Und auch, wenn wir uns bald aus einem Grund, den ich euch nicht verraten darf, ein Monat lang nicht sehen und kaum hören werden, könnte ich nicht dankbarer sein – für dieses Leben, diesen Menschen an meiner Seite, meine Freunde, meine Familie, die vielen Möglichkeiten und die Community, die hinter mir steht.

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18 Comments

  • Reply Hanna 25. Juli 2017 at 22:02

    Du schreibst echt so schön ! Hatte Tränen in den Augen !! Weil du einfach so recht hast.. und ich solch ähnliche Situationen auch kenne.Liebe Grüße Hanna

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:46

      Oh mann, es freut mich so, dass ich mit dem Blogpost echt was bewegt habe 🙂 danke für das liebe Feedback!

  • Reply Anna-Lena 25. Juli 2017 at 22:23

    Ganz tolĺer Eintrag liebe Jules! Folge dir schon ewig und jetzt auch auf deinem privaten Instagram. Schön, dass du glücklich bist

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:45

      Oooh das freut mich sehr – danke dir 🙂 so lieb!

  • Reply Lilly 26. Juli 2017 at 8:43

    Liebe Julia,

    Ein sehr schöner und emotionaler Beitrag. Ich hoffe du kannst dieses Glücksgefühl noch lange für dich behalten und erleben. Es ist toll wie offen du über alles sprichst bzw schreibst 😉 und es tut gut zu wissen, dass auch Blogger nicht immer nur strahlend wie ein Honigkuchenpferd durchs leben tanzen, sondern auch lernen müssen mit den Situationen des Alltags und des stinknormalen Lebens zurecht zu kommen . danke für deine Offenheit und Authentizität. Bleib wie du bist

    xx

  • Reply Lena 26. Juli 2017 at 12:23

    Liebe Julia, toller Blogpost – du schaffst es, dass ich dran glaube, dass es immer wieder bergauf geht und die wahre Liebe irgendwo wartet! Freue mich sehr, dass du so glücklich bist. Und ich freue mich auch immer total über so persönliche Blogpots von dir! 🙂
    Liebe Grüße!

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:44

      Oooh, danke Lena! Ganz sicher wartet die wahre Liebe irgendwo 🙂 xx

  • Reply Sandra Slusna 26. Juli 2017 at 16:40

    Ganz toll geschrieben liebe Jules! Ich habe auch beim Boxen am Anfang gemerkt, dass du etwas still warst als wenn wir uns das erste Mal getroffen haben, aber letztens warst du einfach sooo glücklich und ich wünsche dir aus ganzen Herzen, dass es so bleibt! Du bist eine ganz starke, tolle Frau, die einen ehrlichen, liebevollen Mann verdient hat und den hast du ja jetzt. Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß in Portugal, genieß die Zeit dort und schalte einfach mal paar Tage ab!
    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:44

      Ooooh, das freut mich so, vielen Dank! So ein lieber Kommentar! <3

  • Reply Lisa 26. Juli 2017 at 17:55

    Toller einfühlsamer Blogpost. Du sprichst einerseits das Alleinsein, was wirklich nicht immer leicht ist. Das kann ich total nachvollziehen. Andererseits finde ich gut, dass du es bewusst war nimmst, wie glücklich du dich gerade schätzt und, dass du es mit uns teilst 🙂

    LG, Lisa

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:44

      Danke, liebe Lisa! 🙂 es freut mich, dass du das so siehst! <3

  • Reply Mum Vogel 27. Juli 2017 at 11:00

    Einfach Unglaublich mein Schatz. Ich darf noch viel von dir lernen mein Engel. hab dich ganz toll lieb! Bussi deine Mum

  • Reply miriamleitold 28. Juli 2017 at 11:17

    Voll schön. Einfach nur Gänsehaut.

  • Reply luuciiee 28. Juli 2017 at 22:50

    So ein wahnsinnig toller Blogpost! Liebe Julia, du hast die verdammt richtige Entscheidung getroffen nun was Kommunikationswissenschaftliches und nichts mehr in Richtung Naturwissenschaft zu studieren!
    Ich schicke dir ganz herzliche Umarmungen

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:42

      Vielen lieben Dank, was für ein schöner Kommentar :)))

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