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Surfen in Ericeira

30. Juli 2017
Surfen in Ericeira

Wie in meinem letzten Blogpost versprochen, melde ich mich heute mit einem weiteren Beitrag über das Surfen in Ericeira beziehungsweise unsere Erfahrungen mit dem Rapture Surf Camp.

Bevor es für uns ins Surfcamp ging, hatte ich keine Ahnung, was uns erwarten würde. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt nur Stand-up Paddling beziehungsweise Windsurfen ausprobiert, was aber natürlich eine komplett andere Welt ist als „Wellenreiten“. Im Prinzip kannte ich Surfen nur aus Filmen und Videos und irgendwie war es fast surreal, dass ich diesen Sport nun selber ausprobieren durfte.

Angie und ich hatten die unterschiedlichsten Geschichten über die ersten Surferfahrungen gehört – angefangen von unzähligen blauen Flecken, über traumatisierende Stürze ins Wasser und etliche Fehlerfolge, bis hin zu Glücksgefühlen beim ersten Stehen auf dem Board. Die Erfahrungen beim Surfen sind so unterschiedlichen wie die Menschen selbst, was wir auch in unserer Gruppe gemerkt haben. Jeder startet unter einer anderen Grundvoraussetzung und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Gerade diese Ungewissheit hatte eine riesen Faszination für mich und ich war so gespannt vor der ersten Stunde. Würden wir es innerhalb der Woche schaffen, am Surfboard zu stehen? Oder war es überhaupt möglich, in einer Woche auch nur ansatzweise Surfen zu lernen?

Am ersten Tag hatten wir unsere Surfstunde am Nachmittag und wurden direkt in kleine Gruppen eingeteilt. Uns wurde ein Instruktor zugewiesen und schon ging die erste Einheit mit ein bisschen Theorie und Technik los. Unser Surflehrer Jual hat uns gezeigt, wie man am Surfboard liegt, wie man aufspringt bzw. aufsteht und wie wir uns schützen müssen, wenn wir ins Wasser fallen. Außerdem haben wir etwas über die Strömung und die Wellen erfahren, bevor es dann endlich ins Wasser ging. Als Anfänger hält man sich im Whitewater, sprich im relativ seichten und Strandnahen Bereich auf und versucht, Schritt für Schritt eine gewisse Surftechnik aufzubauen. Unser Instruktor hat uns in die richtige Richtung gedreht und uns im perfekten Moment in die Welle geschoben. Nun hieß es üben, üben üben und nochmals üben. So einfach das Aufstehen am Strand ist – im Wasser ist es eine komplett andere Angelegenheit. Angie und ich haben uns glücklicherweise gar nicht so blöd angestellt und haben es schnell geschafft, aufzuspringen und einige Meter auf dem Surfboard dahinzugleiten.

Der zweite Tag war, wenn ich ehrlich bin, mein persönlicher Alptraum. Wir hatten wieder am Nachmittag unsere Stunde und es war unglaublich windig und unruhig im Wasser. Die Wellen kamen von allen Seiten, man hatte ständig Wasser im Gesicht und der Wind macht das Gehen im Wasser zu einer ziemlich kräfteraubenden Angelegenheit. Obwohl ich sonst ein Mensch bin, der sich stets selbst mit positiven Gedanken pusht, war ich an diesem Tag ein bisschen down und unmotiviert. Die Kombination aus wenig Motivation und schlechten Konditionen brachte mit sich, was sie mit sich bringen musste: es ging nichts mehr. Nach der Einheit war ich wirklich froh, dass es für diesen Tag vorbei war, konnte aber trotzdem viel für mich mitnehmen. Ich habe mir vorgenommen, beim nächsten Mal positiv und mit guten Gedanken in die Einheit zu starten und jede Sekunde zu genießen. Der kleine Rückschlag hatte mir gezeigt, dass es nicht immer nur nach oben geht und dass es gerade die Misserfolge sind, aus denen man lernt.

In den nächsten Tagen waren unsere Surfstunden schon morgens um 7:30 und wir sind direkt vor dem Frühstück losgestartet. Es war zwar noch etwas kühl und bewölkt, aber ich habe es geliebt – direkt aufstehen, anziehen, einen Kaffee trinken und dann ab an den Strand und ins kühle Nass. Wir wurden stetig besser, lernten ein paar neue Techniken und es machte von Mal zu Mal mehr Spaß.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön es ist, wenn man das erste Mal wirklich auf einer Welle dahingleitet. Wenn man das Gefühl hat, dass sie Kraft des Ozeans einen mitnimmt, man das Rauschen hinter sich hört und im kompletten Gleichgewicht auf dem Board steht. Nach dieser ersten, richtigen Welle hatte ich ein riesen Grinsen auf dem Gesicht und Jual zeigte mir einen lobenden Daumen nach oben. Es war Moment voller Glücksgefühle, den man so schnell nicht mehr vergisst. In dieser Sekunde wusste ich, was das Besondere am Surfen ist und was die Faszination ausmacht.

Von dem Moment an war meine Vorfreude auf die Surfstunde immer riesig und gerade weil wir so viel Spaß am Surfen hatten, entwickelten wir uns schnell weiter. Das Aufspringen automatisierte sich nach einigen Tagen und unser Instruktor brachte uns bei, wie man lenken bzw. Turns machen konnte. Am letzten Tag habe ich es sogar geschafft bei einer Welle mehrere Turns zu machen und war ziemlich stolz und glücklich über die Entwicklung und die neue Leidenschaft.

Das Surfen und die Zeit im Wasser haben mir jeden Tag aufs Neue gezeigt, wie nahe das Glück liegt und wie dankbar ich für jeden Moment, jede Erfahrung, jede Reise und jeden neuen Eindruck sein kann. Im kühlen Atlantik, ohne Make-up, auf einem leicht wachsigen Surfbrett, der leichte Geruch von Sonnencreme und Meer in der Nase und so weit entfernt von Erfolgsdruck, Schönheitsidealen, Materialismus und Alltagsstress.

10 Comments

  • Reply Sandra Slusna 31. Juli 2017 at 11:28

    Ohhhh ja, ich will auch endlich mal das Surfen ausprobieren, auch trotz des zweiten Tages hast du dich anscheinend ganz gut angestellt und hast Talent! Ich hoffe, das werde ich auch haben und kann es nicht erwarten, es endlich auch zu machen!!!! <3 Weißt du, diese Liste, was du vor dem Sterben alles unternehmen und welche Orte du besuchen willst? Da gehört das Surfen bei mir dazu!!!! 😉 Die Bilder sind auch der Hammer geworden, ganz toll.
    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:36

      Surfen ausprobieren stand auch ganz lange schon auf meiner „Bucket List“ sozusagen 🙂 finde, das ist eines der besten Erlebnisse überhaupt. Hoffe, du kommst bald dazu, das mal auszuprobieren 🙂 xx

  • Reply mary 31. Juli 2017 at 11:45

    du hast das so wundervoll beschrieben dass ich es jetzt unbedingt auch einmal ausprobieren muss!!
    Die Fotos sind auch mega schön geworden
    LG Mary

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:35

      Danke dir 🙂 solltest du echt unbedingt mal ausprobieren 🙂 xx

  • Reply Bonny 31. Juli 2017 at 19:29

    Liebe Julia,
    du hast mir totale Lust auf ein Rapture Surf Camp gemacht und nun würde ich auch gerne dort etwas buchen!
    Hast du einen Discount Code?
    Danke und lieben Gruß
    Bonny

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:34

      Liebe Bonny, leider haben wir keinen Discount Code. Das Camp ist aber für die gebotenen Leistungen sehr günstig – ich kann es dir nur empfehlen 🙂

  • Reply christinsophie 3. August 2017 at 11:59

    So ein schöner Beitrag und so schöne Bilder. Da bekommt man direkt
    lust auf den Strand und das Meer.:)
    Liebe Grüße
    Christin Sophie

  • Reply sisters, jeans & messy buns 9. August 2017 at 15:36

    Ihr macht mir alle so Lust auf Surfen, aber ich glaube ich bin dafür zu untalentiert.. aber ich werde es auf jeden Fall mal versuchen. hihi
    Liebste Grüße, Natascha von sjmb.at ♡

    • Reply Julia Vogel 14. August 2017 at 7:34

      Ach was, das kriegst du sicher hin 🙂 in den Kleingruppen startet ja jeder bei 0 und die Lehrer sind super und sehr geduldig. Solltest du auf jeden Fall ausprobieren 🙂

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