Mein Weg zu mir

Weg zu mir

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt: Wer bin ich? Oder besser gesagt: Wie viele hundert Mal habt ihr die Frage schon für euch beantwortet und wie oft habt ihr eure Antwort Wochen/Monate/Jahre später wieder über den Haufen geworden? Ich habe mir heute einige Gedanken dazu gemacht, wie ich mich selbst sehe, wie ich möchte, dass mich andere sehen und wie sich  meine Wahrnehmung von mir über die Jahre verändert hat. Diese Gedanken muss ich irgendwie los werden und mir von der Seele schreiben.

Auch, wenn ich es mit 16 niemals für möglich gehalten hätte, bin ich doch ein komplett anderer Mensch als noch vor 4 Jahren. Ich bin auch ein anderer Mensch als vor einem Jahr, oder sogar einem halben Jahr. Wir verändern uns ständig, entwickeln uns weiter, lernen uns selbst neu kennen und finden uns 100 Mal selber. Das betrifft nicht nur unsere Persönlichkeit, unsere Einstellung, sondern auch unseren Kleidungsstil, ja, eventuell sogar unseren Freundeskreis, Musikgeschmack oder unsere Zukunftsvorstellungen. Ob wir jemals das Gefühl haben werden, komplett angekommen zu sein? Oder ist das Leben bloß eine ständige, immerwährende Suche nach dem wahren „Ich“?

Ich glaube, dass wir auf dem Weg zu unserem „wahren Ich“ stark durch die Menschen in unserem Umfeld beeinflusst werden. Sie zeigen uns, wer wir sein wollen, wer wir auf keinen Fall sein wollen und wer wir in dem Moment sind. Wir lassen uns inspirieren, übernehmen Dinge für uns selbst, die uns an anderen gefallen und entdecken Seiten an uns, die wir vorher nicht kannten. Als ich zum Beispiel mit Diana vor 2 Jahren in München war, haben wir über ihr Studium gesprochen (Crossmedia Redaktion an der HDM in Stuttgart) und allein durch dieses Gespräch habe ich angefangen darüber nachzudenken, warum ich mich von dem Wunsch, Journalistin zu werden, wegbewegt habe. Es war der erste Impuls von vielen, der mich auf den Weg gebracht hat, den ich schlussendlich eingeschlagen habe.

Mit 16 war es mir noch wichtig, was Menschen über mich denken, die mir eigentlich nicht wichtig waren. Ich bin ausgegangen, fühlte mich wahnsinnig erwachsen, habe Freundschaften geschlossen, die ich jetzt im Nachhinein nicht mal als gute Bekanntschaften bezeichnen würde und habe mir wenig Gedanken darüber gemacht, welche Eigenschaften mich ausmachen und wie mich mein Umfeld eigentlich sehen sollte. Mit 17 war ich Sporty Spice, habe für ein Jahr keinen Alkohol getrunken und es war mir, so arg das im Nachhinein klingt, am wichtigsten, dass mich die Leute als „schlank“ sehen. Tolle Eigenschaft oder? Mit 18 und 19 habe ich gemerkt, dass mich mein BMI als Mensch nicht ausmacht, dass ich viel mehr als das zu bieten habe und dass ich über mich selbst hinauswachsen kann. Ich habe gelernt, was mir in einer Freundschaft wichtig ist, welche Dinge ich an mir selbst liebe und war, ohne es zu merken, auf einem kleinen Selbstfindungstrip. Ich habe mein Studium gewechselt, bin umgezogen, habe meinen Kleidungsstil, meine Frisur und meine Einstellung 10, 15, hundert Mal geändert und bin meinem „Ich“ ein Stückchen näher gekommen.

Heute will ich weder Sporty Spice, noch das abenteuerlustige Partygirl sein. Ich bin ich, irgendwo zwischen den beiden Extremen. Ich mache Sport, ernähre mich gesund, aber es ist nicht mein Leben. Meine Figur ist nicht das, was mich von allen meinen Eigenschaften am meisten ausmacht. Ich weiß, was meine Leidenschaft ist, was mich glücklich macht, was mir gut tut und was ich schaffen kann. Ich bin stolz darauf, von anderen als ehrgeiziger, zielstrebiger und empathievoller Mensch gesehen zu werden und liebe es, über meine Träume, Visionen und die Zukunft zu sprechen, selbst, wenn mein Gegenüber komplett andere Vorstellungen vom Leben hat.

Wahrscheinlich werde ich mich noch hundert Mal selbst finden, immer wieder das Gefühl haben, „angekommen“ zu sein und dennoch ein Jahr später merken, wie sehr sich alles gewendet hat. Was ich aber sagen kann ist, dass ich auf einem guten Weg zu mir selbst bin – und das ist ein wunderschönes Gefühl!

Weg zu mir Weg zu mir Weg zu mir

Weg zu mir

8 Comments

  • Reply Sandra Slusna 11. März 2017 at 20:02

    Toller toller Beitrag liebe Jules, ich lese solche Beiträge von dir soo gerne, es ist wahnsinnig, zu welchem Menschen du dich entwickelt hast, wooow! Ich habe mich in den letzten Monaten auch unheimlich verändert und weiterentwickelt. Und die Bilder sind der Hammer geworden!!!
    Liebe Grüße,
    Sandra / http://shineoffashion.com
    https://www.instagram.com/sandraslusna/

    • Reply Julia Vogel 16. März 2017 at 15:33

      Liebe Sandra, vielen vielen lieben Dank! xx

  • Reply fashionladyloves 11. März 2017 at 21:07

    Ich bin da ganz deiner Meinung. Ich glaube das ganze Leben ist eine Suche nach sich selbst.
    Dein Outfit sieht super aus, ich liebe solche black Looks total. 🙂
    Liebste Grüße Tamara
    http://www.fashionladyloves.com/

    • Reply Julia Vogel 16. März 2017 at 15:34

      Vielen Dank meine Liebe 🙂 und du hast absolut recht! xx

  • Reply Kristina 12. März 2017 at 18:26

    Ich finde, du hast wieder mal einen super inspirierenden Text geschrieben! Mir geht es da ähnlich wie dir. Wenn ich an mein 16-jähriges Ich zurückdenke, dann kann man im Nachhinein über manche Eigenschaften, Vorstellungen und Wünsche vom Leben doch lachen, obwohl ich da sicherlich schon etwas ‚erwachsener‘ war als andere in dem Alter.
    2015/16 war ich für eine längere Zeit im Ausland und habe mich da auch wieder weiterentwickelt und bin über mich selbst hinausgewachsen; dieses Jahr wird es wahrscheinlich sogar noch weiter in die Ferne gehen und ich bin schon ganz gespannt, wie ich mich danach wieder verändert haben werde. Finde das total spannend und bin mir sicher, dass du da auch auf dem richtigen Weg bist <3

    • Reply Julia Vogel 16. März 2017 at 15:35

      Danke meine Liebe 🙂 mir geht es genauso, ich war mit 16 auch schon weiter als viele andere, aber dennoch, im Vergleich zu heute, ein andere Mensch. Schon faszinierend 🙂 xx

  • Reply Astrid 12. März 2017 at 23:58

    Toll und wahnsinnig sympathisch! Liebe Grüsse aus der Schweiz

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