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Tage am Strand – Chris über das Rapture Surf Camp

13. September 2018
Rapture Surf Camp

Letztes Jahr habe ich euch meine Sicht der Dinge nach einer Woche im Rapture Surf Camp beschrieben – dieses Jahr durfte Chris in die Tasten hauen und erzählt euch nun, wie es ihm im Surfcamp in Ericeira gefallen hat.

„Es war schon lange ein Traum von mir, einige Tage am Strand zu verbringen. Jedoch nicht als klassischer Strandurlauber, der sich einen Platz am Strand aussucht und dort in der Sonne badet und, wenn es ihm zu heiß wird, kurz ins Wasser schleicht. Nein. Ich habe schon länger nach einem Abenteuer gesucht, das mich von meinem Alltag wegkatapultiert und mich körperlich fordert sowie geistig nach etwas Neuem in mir suchen lässt.

Als mich Julia fragte, ob wir diesen Sommer ins Rapture Surf Camp in Portugal wollen, sagte ich ohne zu zögern ja. Seit dem Augenblick hatte ich mich so gefreut. Es war als würde ein langersehnter Wunsch in Erfüllung gehen. Als wir dann am 26. August Richtung Flughafen fuhren war ich schon sehr aufgeregt. Ich bin generell ein sehr ruhiger Mensch und bin eigentlich selten aufgereg, vor allem wenn ich in den Urlaub fliege, in dem ich schon weiß, was passieren wird – sprich die Stadt anschauen, Essen gehen, etwas Kulturelles anschauen…aber dieses Mal wusste ich einfach nicht, was mich erwarten würde. Das macht mich etwas nervös und das mochte ich.

Wir flogen von Wien nach München – München nach Lissabon. Mit kurzem Zwischenstop in München dauerte die Reise ungefähr sechs Stunden. Gar nicht so kurz für einen Europaflug, aber die Zeit verging relativ schnell durch ein bisschen Lesen und lustigen Gesprächen mit Julia. Wir hatten schon begonnen zu spekulieren was wir machen würden, sollte unser Gepäck nicht ankommen, aber zum Glück war das nicht der Fall und am Flughafen in Lissabon angekommen warteten wir auf unseren Transfer zum Surfcamp. Wir hielten Ausschau nach einem typischen „Surfertypen“. Kurz gesagt: braungebrannt, lange Haare, Surfershorts und gleich einem Surfbrett. Ist doch irgendwie das, was man sich so vorstellt beziehungsweise was man so vermittelt bekommt. Nun, wir wurden nicht enttäuscht. Braungebrannt und Surfershorts waren schon mal sichtbar, als wir unsere Namen auf einem Schild sahen. Unser Fahrer hatte definitiv den Look und die Ausstrahlung eines Surfers. Während der Fahrt hatten wir ein nettes Kennenlerngespräch und konnten schon einiges über unseren bevorstehenden Aufenthalt im Rapture Surf Camp herausfinden. Wie zum Beispiel, dass jeden Mittwoch eine Party in Ericeira stattfindet und jeden Samstag ein unwiderstehlich gutes BBQ im Camp angerichtet wird. Kurze Zeit später waren wir im Camp.

Da Sonntag unser Anreisetag war und jeden Sonntag am Abend ein Transfer vom Camp in die Stadt zu Verfügung gestellt wird, dauerte es nicht lange, bis wir die ersten Leute kennenlernten. Per Zufall saßen wir mit deutschsprachigen Leuten im Auto und in der Stadt blieb unsere Truppe aus dem Auto zusammen. Wir gingen gut essen und im Anschluss gleich auf einen Willkommensdrink in eine richtig coole Bar. Schnell hatte sich um uns eine bunte Gruppe aus Deutschen, Österreichern, Briten und Schweizern gebildet.

Am nächsten Morgen begann unsere erste Surfstunde um 6:30. Es war hart. Obwohl ich es durch meine Arbeit als Trainer gewohnt bin, so früh aufzustehen. Ich denke, ich kann an der Stelle für alle im Camp sprechen, wenn ich sage, dass es eine Herausforderung war, so früh auf den Brettern zu stehen. Jedoch waren zu der Uhrzeit kaum Leute im Wasser und die Wellen waren ideal. Verschlafen schlüpften alle in ihre Neoprenanzüge, holten die Bords aus dem Schuppen und gingen verträumt runter zum Strand. Nach einer kurzen und ausführlichen Erklärung und einem lustigen Aufwärmspiel gingen wir ins Wasser. Es war wunderschön in dem Moment. Der Strand war beinahe leer. Außer uns war noch eine andere kleine Surfgruppe da und wärmte sich noch auf. Die Wellen brachen nacheinander am Strand und bildeten unseren Spielplatz. Falls einige von uns noch nicht ganz wach waren, bin ich mir sicher, dass die Müdigkeit dahin war, als unsere Zehen das Wasser berührten. Das Meer war unglaublich kalt zu Beginn. Nach ungefähr fünf Minuten konnte der Körper die Temperatur gut regulieren und alles war fein. Man gewöhnte sich an die Kälte. Immerhin standen wir im Atlantik, am Ende Europas. Vor uns nur das offene Meer und sonst nichts. Ich fand es einfach so schön, dieses Gefühl zu wissen, dass da tausende Meilen weit nichts kommt. Es war ein atemberaubender Moment.

Anfangs half uns der Surflehrer und tauchte uns sanft in die Welle und rief uns zu, wann wir aufstehen mussten. Natürlich klappten die ersten Versuche nicht und ich landete weich im Wasser. „Eine kleine Erfrischung am Morgen“, dachte ich mir. Die Surfstunden gingen ungefähr zwei Stunden pro Tag. Leider waren die dann auch schneller vorbei, als man dachte. Es machte einfach so viel Spaß. Zum Glück hatte man immer die Möglichkeit über den Tag selbstständig ins Wasser zu gehen und sich mit den Wellen zu messen. Natürlich war es von Vorteil, immer einen erfahrenen Surfer von unserem Camp zu fragen, ob er uns das Meer „lesen“ könne, um uns zu sagen, ob die Wellen für uns Anfänger noch zu groß sind oder zu welcher Uhrzeit das Meer gute Bedingungen hat.

Hatte man mal genug vom Surfen, konnte man sich im Camp ein Longboard oder ein Fahrrad ausborgen und damit herumcruisen. Oder aber auch Stand Up Paddeln, da es direkt hinter dem Camp einen kleinen Fluss gibt, der ins Meer mündet, aber sehr ruhig und seicht ist.  Es war einfach richtig schön dort – fast wie in einem kleinen Dschungel. Und trotzdem war es Mitten in Ericeira – crazy! Ansonsten konnte man auch Tischtennis oder Tischfussball spielen oder nur chillen. Es gab einfach so viele Möglichkeiten, dass die Zeit kaum ausreichte.

In der Früh und am Abend gab es immer ein ausgezeichnetes Essen – morgens ein Frühstücksbuffet und abends  ein köstliches Abendessen, das vom Besitzer des Camps und seinem Team vorbereitet wurde. Hatte man mittags Hunger, konnte man entweder das Abendessen, das vom Vortag übergeblieben war, essen, oder aber auch unten am Strand in eines der Strandrestaurants gehen. Ins Barbatana hat es uns häufiger verschlagen – super lecker und auch echt preiswert.

Es wirkte einfach alles so magisch. Der Strand, die hohen Felsklippen gleich neben der Straße, das Camp oben am Hügel. Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit gehabt. Genau, wenn es am Schönsten ist und man gerade gelernt hat, einigermaßen sicher am Brett zu stehen, ist es wieder vorbei.

Der letzte Abend am Strand war echt unvergesslich. Wir gingen runter zum Strand um den Sonnenuntergang ein letztes Mal beobachten zu können. Ein paar letzte Surfer sammelten sich noch im Meer um die perfekten Wellen zu nutzen. Die ganzen Leute, die tagsüber nur zum Baden am Strand waren packten ihre Sachen zusammen und gingen nach Hause. Wir setzten uns in den Sand und beobachteten die Silhouetten der Surfer im Meer. Die Sonne war orange-dunkelrot gefärbt. Die Kulisse wirkte wie gemalt. Wir versuchten, einige schöne Bilder zu machen, aber es ist nicht möglich, so einen unbeschreiblich schönen Moment einzufangen. Lediglich in Erinnerungen´- und das ist auch gut so.

Als die Sonne dann am Horizont verschwunden war, gingen wir nun alle zurück zum Camp und feierten alle gemeinsam ein letztes Mal bei einem portugiesischen Volksfest. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von allen bevor wir die Reise nachhause antreten mussten. Es war eine der tollsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe – unglaublich inspirierend und befreiend. Es hat gut getan, abschalten zu können. Unser nächster Trip ins Rapture Surf Camp ist mit Sicherheit bald in Planung.

2 Comments

  • Reply Sandra Slusna 13. September 2018 at 21:06

    Wow, so schön geschrieben!!! <3

  • Reply Lea Christin 16. September 2018 at 6:02

    Oh wie schön das klingt.. und die Bilder sind einfach ein Traum. Ich bin gerade für einen Monat auf Bali und möchte hier auch endlich zum ersten mal in meinem Leben surfen, schnorcheln, tauchen etc. 🙂
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

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