Alte Gewohnheiten wieder aufgreifen?

In letzter Zeit beschäftigen mich oft einige Gedanken zu alten Gewohnheiten, die irgendwann aus meiner täglichen Routine gerutscht sind – warum auch immer. Natürlich gab es Gewohnheiten, die weniger toll waren, wie ständige Kritik an mir selbst oder nicht auf mein Hungergefühl hören, aber viele davon waren durchaus positiv und ich könnte mir da wirklich eine Scheibe an meinem „alten ich“ abschneiden. Vieles wird mir bewusst, weil ich merke, dass es mir gar nicht so leicht fällt, kontrolliert zu essen. Zwar esse ich wahnsinnig gerne gesund und ziehe gesundes Essen dem ungesunden fast immer vor, aber manchmal (oder immer öfters) isst man doch über den Hunger, isst aus Langeweile oder wartet so lange mit dem Kochen, weil man beschäftigt ist, bis man wahnsinnig hungrig ist und während dem Kochen die halben Zutaten futtert. Hand aufs Herz: wer erkennt sich wieder? Ich mich auf jeden Fall schon. Deshalb hängen auch viele meiner alten Gewohnheiten mit Ernährung oder Sport zusammen, aber es gibt auch einige andere. Generell möchte ich euch gerne erzählen, was ich früher anders gemacht habe und mein Verhalten ein wenig analysieren. Außerdem möchte ich meinen Master-Plan teilen, um wieder in diese Routinen reinzukommen.

Abendessen, Dessert und finito!

Für mich ist es in letzter Zeit gar nicht so leicht, nach dem Abendessen (und Dessert) nicht auch noch zu weiteren Snacks zu greifen, Müsli aus der Packung zu essen oder mir dunkle Schokolade zu holen. Versteht mich nicht falsch: natürlich ist es mal ok, abends noch zu naschen, aber wenn man das fast täglich macht, wandern doch einige Extrakalorien auf das Kalorienkonto, die sich prinzipiell leicht vermeiden lassen.

Was war früher anders? Nun, mein Zimmer bei meinen Eltern ist im ersten Stock. Das bedeutet, dass ich nach dem Essen raufgegangen bin und dann auch nicht mehr zurück ins Erdgeschoss. Die Küche war so herrlich weit entfernt und ihr kennt es ja: aus den Augen, aus dem Sinn. In meiner eigenen Wohnung räume ich oft kurz vorm Schlafengehen noch Geschirr weg, hole mir noch einen Tee in der Küche oder laufe bei meinem Schrank mit den Goodies vorbei. Da lacht mich ein kleiner Snack schnell mal an und obwohl ich keinen Hunger habe, greife ich zu. Nicht gut! Das Problem ist auch: man gewöhnt sich sowas sehr schnell an und es müsste einfach nicht sein.

Master Plan: Mindset umstellen: Bewusster und ausreichend zu Abend essen, ein kleines Dessert gönnen (heute zum Beispiel einen selbstgemachte Pudding mit Erdbeeren) und eine Tasse Tee trinken. Danach direkt alles abspülen, noch ein Glas Wasser mitnehmen und dann die Küche „schließen“. Nun kann kommen, was wolle: die Küche und der Abstellschrank bleiben zu. Bestimmt muss ich mich nur wieder dran gewöhnen, dann klappt das!

Morgenstund hat Gold im Mund

…und Morgensport auch! Früher war es für mich normal, am Wochenende nach dem Frühstück direkt um 10 ins Mcfit zu fahren und zu trainieren. Schon früh morgens hatte ich meine Einheiten erledigt und hab es wirklich immer mit Freude durchgezogen. Nun ist es oft so, dass ich ewig lange wach bin und arbeite, lange schlafe, dann herumtrödle, arbeite und das Training ewig lang rausschiebe, bis es schon Abend ist und ich es auf den letzten Drücker erledige – und das auch noch relativ gestresst. Ich weiß, dass ich durch Sport am Morgen oder Vormittag viel schneller in die Gänge komme und auch das Training effizienter durchziehe. Mein Ziel ist es, öfters früher aufzustehen und morgens schon Sport zu machen, ohne drüber nachzudenken.

Schlafzyklus

Während der Schulzeit war es easy peasy: zwischen 10 und 11 ins Bett und um 6:15 aufstehen – und das jeden Tag. Mein Schlafzyklus war geregelt und ich habe abends nicht ewig herumgetrödelt, weil ich ja wusste, dass morgens der Wecker klingelt – no matter what! Nun ist es oft so, dass ich neben dem Arbeiten Serien schaue, nicht wirklich gut weiterkomme, das Pensum aber trotzdem schaffen will/muss. Ich komme entsprechend langsam weiter und brauche bis 1 oder 2 in der Nacht. Dann muss ich manchmal trotzdem um 7 raus und an anderen Tagen schlafe ich bis 9 um das aufzuholen. Jeder weiß, dass so ein unregelmäßiger Schlafzyklus eigentlich nicht gut für den Körper ist. Ich bin kein absoluter Morgenmensch wie Klara, die immer um 5:30 aufsteht, aber 7 Uhr ist wohl machbar und man hat noch was vom Vormittag. Der Rhythmus, den ich mir vornehme, ist: zwischen 23 Uhr und 0 Uhr ins Bett gehen und zwischen 7 und 7:30 aufstehen. Mal schauen, ob ich das hinkriege, aber ich denke schon 🙂

A salad a day

Früher habe ich mindestens 1 Mal am Tag einen Salat gegessen und auch jetzt gibt es entweder mittags oder abends häufig einen Salat, aber nur mehr selten im Restaurant. Ein Salat war bei Vapiano oder auch in normalen Gasthäusern immer mein Go-to-Meal und man konnte sich fast sicher sein, eine richtig gesunde Mahlzeit serviert zu bekommen. Irgendwie hat sich das mit dem Salat bestellen total aufgehört, was ich so schade finde. Erst letztens ist mir das wieder aufgefallen und ich musste es direkt ändern und hab mich mit Chrissi auf einen bunten Quinoasalat getroffen – herrlich! Zwar war es als Fleischesser einfacher, da es fast immer Salat mit Putenstreifen gab, aber grade in Wien ist es auch vegan oder vegetarisch locker machbar. Ich lasse mich manchmal davon abschrecken, dass die Salate schon häufig überteuert sind, aber man gönnt sich ja sonst nichts 😉 Für manche mag sich diese Gewohnheit total plemplem anhören, aber ich nehme mir vor: auch auswärts wieder mehr Salat essen!

Powerwalk

Als ich auf Snapchat darüber geredet habe, dass ich jetzt, wo es morgens früher hell wird und schon warm ist, wieder Powerwalks machen möchte, haben mich viele gefragt: was sind denn bitte Powerwalks? Ok, zugegeben, ich habe das Wort von amerikanischen Instagrammern übernommen, aber im Prinzip ist es ein schneller Spaziergang (ca. 6,5-7km/h). Bei Kayla Itsiness werden diese Einheiten als LISS bezeichnet, was einfach bedeutet, dass es eine Cardioeinheit mit niedriger Intensität ist. Ich mache die Powerwalks etwa 2-3 Mal pro Woche nüchtern, also vor dem Frühstück. Hier sind einige der Vorteile:

  • Ihr seid in einem Pulsbereich, in dem effektiv Fett verbrannt wird. Natürlich verbrennen solche Einheiten durch den niedrigen Puls nicht so viele Kalorien, aber es ist eine super Extraeinheit, grade, wenn man nicht der größte Cardio-Fan ist.
  • Ihr laugt euren Körper nicht aus und seid danach auch nicht so erschöpft – deshalb sind Powerwalks der perfekte Zusatz zum normalen Training.
  • Wachmacher! So ein Spaziergang in der frischen Morgenluft wirkt soo belebend und man startet gut in den Tag.
  • Mental Kraft sammeln! Ich höre bei den Powerwalks immer coole Musik oder Podcasts, denke nach oder schmiede „Master Plans“ 😉
  • Powerwalks kann fast jeder machen – auch jene, die Gelenkprobleme haben und deshalb nicht laufen dürfen.
  • Man sammelt Schritte! Die wenigsten schaffen wirklich 10.000 Schritte pro Tag – mit den Powerwalks ist das aber easy. Schon nach 35 Minuten hat man etwa 4000-5000 Schritte geschafft und der Rest ist gut machbar im Alltag. Vor 2 Tagen hatte ich durch den Powerwalk und meine Shopping Session sogar 23.000 Schritte.

Na, habe ich euch überzeugt, Powerwalks mal auszuprobieren?

Kleine Leseratte

Bis vor ein paar Monaten, kam das Handy vor dem Schlafengehen schon immer weit weg und ich habe mir mein kindle zur Hand genommen. 15-30 Minuten habe ich so gut wie jeden Abend gelesen und es war total entspannend. Ich konnte wirklich abschalten und habe wesentlich besser geschlafen. Zwar ist das kindle wieder ein Bildschirm, aber es ist doch etwas anderes, als aufgeregt durch die Snapchat Stories zu klicken oder noch mal den Feed von XY zu stalken. Seit dieser Woche habe ich mir vorgenommen: wieder mehr lesen. Meine neuen Bücher sind „The Rosie Effect“ und das neueste Buch von Janet Evanovich. Weil mich immer viele nach meinen Lieblingen fragen: ich habe so gut wie jedes Buch von Janet Evanovich gelesen und liebe ihren Humor. Es ist seichte Unetrhaltung, aber sehr nett zu lesen, auch auf englisch. Weitere Favoriten waren einige Nicholas Sparks Bücher, The Hunger Games, The Rosie Project, einige Bücher von John Green und, verurteilt mich nicht, Shades of Grey. Außerdem mochte ich die Thoughtless-Reihe von SC. Stephens total gerne.

Habt ihr auch alte Gewohnheiten, die ihr vermisst oder die ihr gerne wieder einführen wollt? Lasst es mich gerne wissen!

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10 Comments

  • Reply Christina 19. Mai 2016 at 21:42

    Wow, ich erkenne mich, was deine Gewohnheiten angeht, total wieder!
    Vieles davon möchte ich mir auch wieder als Ziel setzen 🙂

    Ich hab mal eine Frage zu den Powerwalks. Wie lange machst du das immer und wie misst du deine Geschwindigkeit?

    Toller Eintrag!
    Liebe Grüße Chrissi

  • Reply Lena 19. Mai 2016 at 22:15

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich habe auch letztes Jahr maturiert und studiere jetzt Publizistik- das mit dem Schlafrythmus ist so aus dem Ruder gelaufen, dass ich mir manchmal die Schulzeit und somit den geregelten Schlaf zurückwünsche ☺️ aber du inspirierst und motivierst mich, dass ich versuchen will wieder geregelter zu schlafen bzw. versuchen nicht erst um 10 aufzustehen!
    Deine Bücherauswahl ist auch sehr interessant – ich lese aktuell die Biografie „Aufregend war es immer“ von Hugo Portisch. Übrigens sehr zu empfehlen für zukünftige Publizistik Studenten!

    • Reply Julia Vogel 30. Mai 2016 at 16:19

      Das mit dem Schlafrhythmus habe ich nach der Schule auch total gemerkt. Schlimm, wie schnell man da raus kommt. Während dem Lernen für meine Pharma-Prüfungen habe ich teilweise wieder bis 2 gelernt und bis 10 geschlafen – schrecklich :p Das Buch muss ich mir auch mal anschauen 🙂

  • Reply Momo 19. Mai 2016 at 22:39

    Liebe Julia, als ich die Überschrift gelesen habe dachte ich du möchtest ganz alte Gewohnheiten wieder aufnehmen,welche, die von der Umwelt als schlecht eingestuft werden,dir aber Spaß machen! Ich habe bei dir immer das Gefühl,dass du die Dinge immer zu extrem angehst und sehr streng zu dir bisst 😉 Natürlich ist es toll, wenn du Ziele hast, an denen du arbeiten möchtest. Aber du solltest eines nicht vergessen: Der Großteil an 20 Jährigen Mädels schläft am Samstag gerne bis 12 aus, macht sich dann irgendwann um 3 uhr eine Portion Pasta und schaut dann den restlichen Tag Serien bis es irgendwann um 12 los geht um sich zu betrinken und Party zu machen und dann in der früh um 5 nach einem guten Mc Donalds Besuch ins Bett zu fallen und den ganzen Sonntag dort bleibt weil sie am Montag um 9 wieder in der Uni sein muss! Das ist natürlich mega ungesund und ich verstehe es total, wenn du so nicht leben möchtest ich übrigends auch nicht, aber es soll dir einfach zeigen, dass du im Bezug auf deine Ziele eh schon mehr machst als 95% deiner Altersgenossinnen! 🙂 Verfolge DEINE Ziele und Wertvorstelllungen, aber mach dich selbst nicht weniger gut, als du bist:) Nachti

    • Reply Julia Vogel 25. Mai 2016 at 19:49

      Hey 🙂 dein Kommentar ist echt lieb, aber so wird meine Einstellung nie sein, da ich mich nie an den schlimmsten Fällen orientieren will, sondern nur an mir selbst 🙂 ich mag es, auf Ziele hinzuarbeiten und sehe es nicht so als Einschränkung. Ja, ich kenne auch viele 20-Jährige, die nur feiern, ihr Studium nicht ernst nehmen und nur Mist essen, aber ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Leben 1000 Mal glücklicher bin 🙂

  • Reply lilablumenwiese 20. Mai 2016 at 16:58

    Super inspirierender und motivierender Beitrag 🙂
    LG
    Lila

  • Reply meet-laura 22. Mai 2016 at 14:34

    Erkenne mich auch in so vielem wieder 🙂 Von Powerwalks bin ich übrigens auch ein Fan. Bringt einen vor allem am Morgen schon voll in Schwung! Super Beitrag wieder mal.
    Liiiiebe Grüße vom heißen Sumatra,
    Laura
    http://www.meet-laura.com

  • Reply veg.fruitia 23. Mai 2016 at 13:28

    Toller Beitrag Julia!
    Ich erkenne mich in einigen Dingen wieder. Ich kann es dir wirklich nur ans Herz legen Morgens Sport zu machen. Ich starte so eig. jeden Tag- wenn ich ist meine Laune echt mies, es ist einfach der beste Start für Körper und Geist 🙂
    Hihi, das mit dem Snacken kenn ich gut. Ein Grossteil meines Gemüse schafft es schon gar nicht auf den Teller, weil ich schon die ganze Zeit snacke ^^

    Liebe grüsse veg.fruitia

  • Reply Sunday Motivation #5 - Julesvogel 17. Juli 2016 at 21:31

    […] ich nun keine Bodybuilder-Diät anfangen WOLLTE, aber ich wusste, wie viel möglich war und welche kleinen Veränderungen einen großen Unterschied machen konnten. Ich habe meine Ausreden mal beiseite geschoben, habe […]

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