Meine ersten Crossfit Open

Ich habe sie überlebt – meine ersten Crossfit Open! 5 Wochen lang habe ich gebannt auf jede Workout Verkündung gewartet, habe Schlachtpläne geschmiedet und bin immer wieder an meine Grenzen gegangen. 

Was sind die Crossfit Open

Falls ihr euch gerade denkt „Was zur Hölle sind denn bitte die Crossfit Open?“ – lasst es mich kurz erklären. Die Crossfit Open sind eine weltweite, 5-wöchige „Competition“, wenn man so möchte. Jeden Freitag wird ein Workout verkündet, welches man dann im Laufe der nächsten 4 Tage absolvieren kann. Spätestens montags muss der Score eingetragen werden. Es gibt weltweite Rankings, aber auch Rankings in den verschiedenen Ländern, Crossfit Boxen und so weiter. Man tritt gegen seine Freunde in der Box, gegen andere Crossfitterinnen und Crossfitter an und kann schauen, wo man steht. Je nach Level kann man sich für Rx’d oder Scaled entscheiden beziehungsweise absolviert als „Master“ in verschiedenen Altersgruppen adaptierte Workouts. Für Hobby Crossfitter sind die Open ein Community Event, Profi Crossfitter hoffen auf die Qualifikation für die Crossfit Games (die „Weltmeisterschaft“ in Crossfit).

Meine Crossfit Open in der Scaled Division

Ich habe mich bei meinen ersten Crossfit Open für die Scaled Division entschieden. Der Sinn des Ganzen ist, den ursprünglich angedachten Reiz des Workouts aufrecht zu erhalten. Da ich nicht auf dem Level einer Top Athletin bin, bedeutet das für mich, dass ich die Gewichte und die Komplexität reduzieren muss. So konnte ich in jedem Workout richtig gut ballern und an meine Grenzen gehen. 

Hier sind die 5 Workouts in der Scaled Variante:

20.1:

10 rounds for time of:
8 ground-to-overheads @20 kg
10 bar-facing burpees
Time cap: 15 minutes

20.2:

20 min AMRAP:
4 db thrusters @10kg x2
6 hanging knee raises
24 Single Unders

20.3:

For time:
21 deadlifts, @43kg
21 handstand push-ups
15 deadlifts, @43kg
15 handstand push-ups
9 deadlifts, @43kg
9 handstand push-ups
21 deadlifts, @63kg
15m Bear Crawl
15 deadlifts, @63kg
15m Bear Crawl
9 deadlifts, @63kg
15m Bear Crawl
Time cap: 9 min.

20.4

For time:
30 box jumps, 20in.
15 clean and jerks, @15kg
30 box jumps, 20 in.
15 clean and jerks, @25kg
30 box jumps, 20 in.
10 clean and jerks, @35kg
30 medicine-ball step-ups, @6kg
10 clean and jerks, @43kg
30 medicine-ball step-ups, @6kg
5 clean and jerks, @52KG
30 medicine-ball step-ups, @6kg
5 clean and jerks, @61KG
Time cap: 20 minutes

20.5

For time, partitioned any way:
40 chin-over-bar pull-ups
80-cal. Row
120 wall-ball shots, @4kg to 2,73m target
Time cap: 20 min.

Das härteste und das spaßigste Workout

Das ekelhafteste Workout ist und bleibt für mich das erste, also 20.1. Obwohl ich es hätte besser wissen müssen, habe ich viel zu schnell gestartet und die erste Runde in ca. 35 Sekunden absolviert – dumm! Die letzten 5 Runden waren ein Kampf gegen den Brechreiz und obwohl ich wusste, dass ich meine Zeit hätte verbessern können bei einem erneuten Versuch, weigerte ich mich, nochmals durch diese Hölle zu gehen. Nein danke.

Am meisten Spaß hatte ich beim letzten Open Workout. Ich bin mit geringen Erwartungen an das Workout rangegangen, habe es geschafft, meine Runden gut einzuteilen und habe am Ende tatsächlich alle Pull-ups absolviert. Das Erfolgserlebnis war enorm und ich war super happy, beim letzten Workout nochmal einiges rausholen zu können.

Mein stolzester Open Moment

Neben dem Erfolg bei den Pull-Ups war mein stolzester Open Moment, als ich beim Redo (=Wiederholen) von 20.4 die Clean and Jerks mit 52 plötzlich geschafft habe. Durch den Adrenalinpush habe ich diesen neuen PR (=personal record) nicht bloß einmal geschafft, sondern gleich 5 Mal innerhalb der letzten 2 Minuten. 

Ich habe meinen Clean and Jerk PR innerhalb von 2 Monaten um 7 kg verbessert und eine mentale Barriere überwunden. Lange Zeit hatte ich Angst davor, mehr als 40kg über Kopf zu bringen, habe diese Angst aber durch das Training und den Glauben an mich und meine Kraft ablegen können. Nach diesem Workout war ich voller Endorphine und super glücklich über meinen Fortschritt. 

Mein Ranking

Ich bin ohne Erwartungen und Druck in diese Open gegangen, denn, wenn wir uns ehrlich sind, geht es ja um nichts. Am Ende sind Ego und Ehrgeiz dann doch ein wenig mächtiger und man sitzt Woche vor Woche vor dem Laptop und checkt das Leaderboard. Dass ich in Österreich in der Scaled Division auf Platz 4 landen würde, hätte ich mir niemals erwartet und war stolz auf diesen sportlichen Meilenstein. 

An die Crossfitterinnen unter euch: habt ihr die Open auch mitgemacht? 

crossfit open

1 Comment

  • Reply Sandra Slusna 20. November 2019 at 16:07

    Wow, ich bin so stolz auf dich! <3

  • Kommentar verfassen