Wie Vanessa die fitteste Frau Österreichs wurde – Heroine Stories

Mein Name ist Vanessa Wagner, ich bin 28 Jahre alt, gebürtige Burgenländerin, wohne und arbeite aber seit rund 10 Jahren in Wien. Ich habe Sportwissenschaften studiert und bin aktuell Gymmanagerin in der Crosszone 1190. Seit rund 5 Jahren bin ich aktive CrossFit Wettkampf-Athletin. Heuer konnte ich mir mit der Qualifikation für die „Reebok CrossFit Games“ (Weltmeisterschaft im CrossFit) meinen größten Traum erfüllen. Dort werde ich unsere Nation als erste Österreicherin in der Geschichte von CrossFit vertreten.  

Wie bist du zu Crossfit gekommen und wann hast du begonnen, den Sport professionell zu betreiben?

Bevor CrossFit in mein Leben kam war ich aktive Motocross-Fahrerin. Um mich in den Wintermonaten für den Sport fit zu halten, habe ich mich in einer CrossFit Box eingeschrieben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich absolut keine Ambitionen diesen Sport professionell auszuüben. Schon nach Kurzem hat man mir aber Talent in CrossFit zugesprochen. Da das Training immer umfangreicher wurde, habe ich dann bald meine Motocross-Stiefel an den Nagel gehängt und mich ab ca 2015 nur noch auf das CrossFit Training konzentriert. 

Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen? Wie viele Stunden pro Tag trainierst du?

Meistens komme ich morgens um 8 Uhr in die Crosszone. Den Vormittag nutze ich dann, um meine Arbeit als Gymmanagerin zu erledigen. Nach meinem Mittagessen starte ich mein Training. In der Regel dauert dieses ca 3 Stunden. Nach dem Training geht’s dann gleich weiter mit Coaching und Arbeit im Gym. Tagesabhängig bin ich dann zwischen 20:00 und 22:30 Uhr zu Hause. Nach einer kurzen Mobility-Einheit und einer Dusche geht’s dann auch relativ schnell ins Bett. An manchen Tagen, wo ich zeitlich flexibler bin, trainieren ich noch ein zweites Mal. Dann aber meistens nur 1,5 Stunden. Seit der Qualifikation für die Games kommt jetzt zusätzlich noch Schwimmtraining dazu. Samstag ist der Tag an dem ich gar nicht trainiere – da ist relaxen, Sauna gehen und Schokolade essen angesagt.

Was waren deine größten Meilensteine im Leben?

  • Der Abschluss meines Sportwissenschaft-Studiums 2014
  • Die Qualifikation für die Reebok CrossFit Regionals in Berlin 2018
  • Der Start unseres Hausbaues in Niederösterreich 2018 (jap, ich und mein Freund bauen gerade Haus! )
  • Die Qualifikation für die Reebok CrossFit Games in Wisconsin/USA 2019

Wie motivierst du dich an schlechten Tagen?

Mittlerweise muss ich mich nicht mehr wirklich motivieren. Natürlich habe ich auch schlechte Tage (mehr als man denkt) aber ich habe mittlerweile einen inneren Trieb entwickelt, der mir gar keine andere Option lässt, als die To Dos auf meinem Trainingsplan abzuarbeiten. 

Wie pusht du dich durch ein hartes Workout? Was läuft bei dir mental ab, wenn du am Limit bist?

Das ist tatsächlich von Workout zu Workout verschieden. Manchmal ist in meinem Kopf absolute Stille, ich konzentriere mich ganz konkret auf den Moment und versuche die Übungen möglichst ruhig abzuarbeiten und dem „Schmerz“ zu akzeptieren, ihn aber nicht meine Leistung beeinflussen zu lassen. Dann gibt es wieder Workouts wo ich mich leise (oder manchmal sogar laut) motivierte. Dann sag ich mir so Dinge wie „komm Vanessa, du kannst das“. Oft bin ich aber auch nicht so nett zu mir selbst! 😀 

Wie hast du dich auf die Open 2019 vorbereitet?

Meine letzte Saison hat leider frühzeitig mit einem Kreuzbandriss geendet. Danach hatte ich lange Zeit mein „Comeback“ und die kommende Saison zu planen. Die wohl beste Entscheidung war, dass ich mit einem neuen Coach (meinem guten Freund und Trainingskollegen Chris Körner) zu arbeiten begonnen habe. Ab ca November 2018 war ich aus der Verletzungspause vollkommen zurück und ab dann haben wir den Fokus auf die Open gelegt. Das bedeutet viele Workouts mit leichtem Gewicht, möglichst intensiv aber relativ kleines Volumen – wir kennen die Belastungsstruktur und potentiellen Übungen der Open mittlerweile sehr gut und haben versucht uns möglichst gut darauf einzustellen. 

Was würdest du deinem 16-jährigen Ich heute gerne mitgeben?

„Trink weniger Alkohol!! Mach aber sonst alles genau so, wie du es gerade tust!!“ Wenn mein 16-jähriges Ich damals andere Entscheidungen getroffen und Wege eingeschlagen hätte, wäre ich heute wahrscheinlich nicht da, wo ich eben bin. Also bin ich eigentlich ganz happy mit meinem 16-jährigen Ich.

Was ist deine größte Angst?

Irgendwann auf mein Leben zurückzublicken und das Gefühle zu haben, etwas versäumt zu haben oder irgendetwas auf der To Do Liste meines Lebens nicht gemacht zu haben. Ich arbeite aber sehr aktiv daran, diese Angst nicht wahr werden zu lassen. 

Wie gehst du mit Rückschlägen um? 

Ich versuche sie als notwendiges Übel zu sehen. Rückschläge bergen enormes Potential in sich. Sie schärfen deinen Fokus und lassen dich härter als je zuvor für deine Ziele arbeiten. Ohne meinen Kreuzbandriss und die daraus resultierende Pause wäre ich wahrscheinlich heute nicht da, wo ist jetzt bin – qualifiziert für die Crossfit Games.

Welche 3 Dinge möchtest du in deinem Leben unbedingt erleben?

Habe lange überlegt, mir ist aber nicht so wirklich was eingefallen – zu mindestens nichts, was mir realistisch erscheint. Bin mit allem was in meiner Vergangenheit bzw. im Moment passiert sehr glücklich. Von meiner Zukunft lasse ich mich überraschen – sie hat bestimmt Großartiges mit mir vor! 

Hast du ein Vorbild? Wer war dein größtes Vorbild als Kind?

Tatsächlich habe ich auf beide Fragen keine konkrete Antwort. Es gibt unzählige inspirierende Personen aus den unterschiedlichsten Gebieten ,die mich zu tiefst beeindrucken, einen konkreten Namen kann ich aber nicht nennen

1 Comment

  • Reply Sandra Slusna 24. Juni 2019 at 9:20

    So ein cooler Beitrag! Ich liebe diese Reihe an Beiträgen. <3

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