Home Inspiration Lifestyle

Ihr führt eine offene Beziehung?

8. November 2018
offene Beziehung

Ich habe lange überlegt, wie, ob und in welchem Rahmen ich das Thema „offene Beziehung“ ansprechen soll, ob mein Blog oder meine Social Media Kanäle der richtige Ort dafür sind und wie ich meine Sicht der Dinge erklären kann. Am Ende habe ich für mich entschieden, dass ich darüber schreiben möchte, weil ich es für wichtig halte. Weil ich glaube, dass ein enormes, gesellschaftliches Stigma existiert. Weil ich der Meinung bin, dass Monogamie und eine klassische Beziehung nicht die Antwort auf alles sind.

Wenn es nach mir ginge, dann müsste der Blogpost wahrscheinlich 10.000 Wörter lang werden. Es ist verdammt schwer, alles abzudecken, aber ich werde mein Bestes geben und versuchen, mich kurz zu halten.

Wie kann das funktionieren?

„Ich könnte das nie“ – das ist wohl eine der Aussagen, die ich (eigentlich ähnlich wie bei der Verkündung, dass ich mich vegan ernähre) ständig höre. Mein Leben ist wohl, wie mir scheint, für andere schwer nachvollziehbar. Spaß beiseite, ich möchte ja schließlich ernsthaft auf alles eingehen. Für Chris und mich und wahrscheinlich auch für alle anderen Paare, die eine offene Beziehung führen, ist „Vertrauen“ das Stichwort – Vertrauen in den Partner/die Partnerin, in sich selbst und auch die Beziehung. Man muss sich zu jedem Zeitpunkt darüber bewusst sein, was man möchte und sollte genau das auch mit seinem Partner kommunizieren. Eine offene Beziehung darf meiner Meinung nach niemals von dem alleinigen Wunsch eines Partners ausgehen und sollte kein Kompromiss sein, den der andere eingeht. Außerdem halte ich es für wichtig, zu sich selbst ehrlich zu sein und sich zu fragen, ob man sich dabei gut fühlt oder ob es einem in irgendeiner Form ein schlechtes Gefühl gibt, ob man Eifersucht, Traurigkeit etc. empfindet. Selbst, wenn der Entschluss gefallen ist, eine offene Beziehung zu führen, sollten beide Partner jederzeit die Möglichkeit haben, sich und ihrem Partner zuzugestehen, dass es so vielleicht doch nicht klappt. Der Entschluss, eine offene Beziehung zu führen ist keine Einbahnstraße, kein „einmal darüber geredet und gut ists’“. Es ist etwas, über das man immer wieder sprechen sollte, etwas, das hundertprozentige Ehrlichkeit verlangt.

Eine Beziehung ist nicht nur Sex

„Warum reicht euch denn der eigene Partner nicht?“ – auch eine Frage, die häufig gestellt wird und die ich gleichermaßen verständlich und anmaßend finde. Ich halte es für ein ganz normales, menschliches Verhalten, auch andere Menschen attraktiv zu finden, egal, wie glücklich man mit seinem Partner ist. Vielleicht teilt ihr diese Meinung – vielleicht auch nicht. Eine Beziehung ist ja auch nicht nur Sex, sondern geht wesentlich tiefer. Liebe und Sex hängen natürlich zusammen, existieren aber auch komplett ohne einander. Ich kann die tiefste Bindung zu meinem Partner haben, ihn für meinen Seelenverwandten halten und mit ihm auch eindeutig den schönsten und vertrautesten Sex haben – und kann trotzdem andere Menschen sexuell anziehend finden (I know, shocker!). Das gesellschaftliche Stigma weiß das natürlich zu verurteilen, aber, wenn wir die ganze Geschichte mal ganz wertungsfrei betrachten, dann würden wir dem doch zustimmen oder?

Lebst du für dich oder für die Gesellschaft?

Monogamie ist ein Modell, das gesellschaftliche Strömungen hervorgebracht haben, das zur Konvention geworden ist. Muss ich es deshalb auch leben? Muss ich automatisch das tun, was der Großteil der Gesellschaft für richtig hält, solange es eigentlich nur meinen Partner und mich betrifft? Sollte nicht eigentlich zählen, was ICH möchte, nicht, was mir andere mir vorleben? Seit ich darüber spreche, dass Chris und ich eine offene Beziehung führen, merke ich ständig, wie schnell die Toleranz der Menschen an ihre Grenzen gerät und wie schwierig es für einige zu sein scheint, etwas zu akzeptieren, das nicht ihrem Weltbild entspricht. Bei vielen Themen funktioniert das ganz gut, weil unsere Mitmenschen und die Medien es uns vorbeten. Aber wehe, es geht einmal um Beziehungen, Sex oder Körperlichkeit – zack, da ist sie weg, die Toleranz.

Ich glaube, dass Monogamie für viele Menschen nicht funktioniert, sie es sich und ihrem Partner/ihrer Partnerin nicht eingestehen. Sie betrügen oder werden betrogen, um irgendwie den gesellschaftlichen Schein einer idealen, monogamen Beziehung aufrecht erhalten zu können. Und das alles nur, um sich nicht damit beschäftigen zu müssen, dass man selbst oder der/die PartnerIn eventuell andere Vorstellungen hat. Oder vielleicht ist es auch der Egoismus, den Partner/die Partnerin besitzen zu wollen – auch wenn das natürlich niemand zugeben möchte.

100% ehrlich – ja wirklich

Meistens finden die Personen, mit denen ich spreche, das Thema „offene Beziehung“ unglaublich interessant und stellen auch viele Fragen. Spätestens, wenn ich die Frage „Und ihr erzählt euch ALLES?“ mit „Ja“ beantworte, ernte ich ungläubige Blicke. Chris ist mein Partner, mein bester Freund und die Person, der ich immer alles zuerst erzähle. Als ich vorher gesagt habe, wie wichtig 100%ige Ehrlichkeit ist, habe ich das auch so gemeint. Wir reden über alles und sind offen und ehrlich. Wir sind nicht eifersüchtig, machen kein Drama und haben die schönste und entspannteste Beziehung, die ich mir vorstellen könnte.

Wie schaffe ich es nicht eifersüchtig zu sein?

„Ich fände das ja auch interessant, aber ich wäre viel zu eifersüchtig…“. Ich kann euch nicht sagen, warum ich niemals ein eifersüchtiger Mensch war, warum ich immer schon einen sehr offenen Umgang mit dem Thema hatte, warum ich so tiefes Vertrauen in die Menschen in meinem Umfeld habe. Vielleicht liegt es an meinem Glauben daran, dass alles so kommt, wie es kommen soll und am Ende das zusammenkommt, was zusammenkommen soll. Vielleicht liegt es daran, dass ich niemals ein eifersüchtiger Mensch sein wollte und mich bewusst dagegen entschieden habe. Vielleicht auch all das zusammen. Ich weiß auf jeden Fall, dass es einen Grund dafür gibt, dass mein Partner mit mir zusammen ist. Ich weiß, dass er sich bewusst für mich, und ich mich bewusst für ihn entschieden habe. Ich weiß, dass unsere Beziehung etwas Besonderes ist und wir eine tiefe Bindung haben. Und, um der Realistin in mir eine Stimme zu geben: Ich weiß, dass jede noch so gute Beziehung theoretisch in die Brüche gehen könnte, wenn sich eine/r der PartnerInnen Hals über Kopf in jemand anderen verliebt. Da ist es egal, wie besitzergreifend oder eifersüchtig man war, wie sehr man gefürchtet hat, dass es passieren könnte – man kann nicht zu 100% bestimmen, was kommt. Ich habe für mich entschieden, in meiner Beziehung Freiheiten einzuräumen, aber gleichzeitig alles in meiner Macht Stehende zu tun, dass die Beziehung funktionieren kann. Ich biete meinem Partner psychische und physische Unterstützung, bin für ihn da, kommuniziere, bin ehrlich, schenke ihm Liebe, ein „Zuhause“, Verständnis und Offenheit. Ich nehme mich selbst manchmal zurück, bin selbstlos, wenn ich es für wichtig halte und gehe Kompromisse ein. Alles andere habe ich nicht in der Hand – alles andere ist Schicksal.

Eine glückliche Beziehung

Egal, was eure Einstellung zu all dem ist, was ich gerade gesagt habe – am Ende des Tages zählt, dass jeder mit seiner Beziehung glücklich ist. Ich glaube, dass Beziehungen so individuell sind wie die Menschen selbst und es nicht den einen richtigen Weg gibt. Weder das, was ich sage, noch das, was euch eure Eltern, Großeltern oder Freunde vorleben, muss für euch richtig sein. Es würde mich freuen, wenn ich euch mit meinem Beitrag eine etwas andere Sicht der Dinge näherbringen konnte und ihr vielleicht das ein oder andere Vorurteil ablegen konntet.

Teilt gerne eure Fragen und Gedanken in den Kommentaren – ich freue mich auf den Austausch mit euch!

28 Comments

  • Reply Johanna 8. November 2018 at 19:16

    Danke für diesen wundervollen Artikel! Gleich von deiner Story in den Artikel gefallen und ich freue mich sehr, dass dieses Thema auf deiner Seite Platz eingeräumt bekommt und so gut von dir beschrieben wird. Tatsächlich würde mich eines interessieren: habt ihr von Beginn an eine offene Beziehung geführt? Oder bzw.: wie bist du auf dieses Modell aufmerksam geworden?

  • Reply Elena 8. November 2018 at 19:21

    Wie erzählt man denn dem Partner, dass man mit jemand anderes Sex hatte? Wird das mehr beiläufig erwähnt oder nimmt man sich da mehr Zeit für ein Gespräch?
    Finde es sehr interessant 🙂

  • Reply Anne 8. November 2018 at 19:32

    Super Beitrag liebe Julia! Mich würde interessieren, ob ihr bereits direkt am Anfang eine offene Beziehung geführt habt oder wie ihr überhaupt auf dieses Thema gekommen seit oder wie du/ihr das angesprochen habt.

    Bleibt bitte weiterhin so offen und Dir & Chris das ihr Euer wunderbares Strahlen nicht verliert.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz 🙂

  • Reply Petra Kraschitz 8. November 2018 at 19:32

    Super interessanter Blogpost – liebe deine Art auch über solche Dinge ganz undramatisch zu berichten 🙂

  • Reply Antonia 8. November 2018 at 19:34

    Wow, dieser Artikel hat mich irgendwie berührt. Ich lebe selber in einer (Fern-) Beziehung, bei dem Vertrauen ein sehr wichtiger Baustein ist und Eifersucht eher selten zum Ausdruck kommt. Schon als ich vor kurzem mitbekommen habe, dass du eine offene Beziehung hast, war ich interessiert. Ich finde es bemerkenswert, wenn das so funktioniert und denke auch, dass Monogamie für viele nicht funktioniert, sie sich das jedoch nicht eingestehen können und lieber mit Betrügereien leben, da diese ja schon fast mehr Verständnis hervorrufen als seinen Partner teilen zu wollen. Es scheint mir so, als wäre dieses besitzergreifende Verhalten das natürlichste überhaupt..
    Ich freue mich für dich, dass ihr beide zusammen euren Weg gehen könnt und bin glücklich, dass auch ich meinen Seelenverwandten gefunden habe, aber sagen kann, dass diese Art von Beziehung (jetzt) nicht das ist was ich/wir wollen.
    Meine Frage ist: meinst du, dass man irgendwann zu alt wird für dieses Modell?
    Liebe Grüße

  • Reply Hanna 8. November 2018 at 19:38

    Hallo jules,
    Finde deine Gedanken dazu sehr interessant dennoch Frage ich mich ob es für dich wirklich okay ist wenn Chris mit einer anderen schläft und dann gleich wieder mit dir?!

  • Reply Carolin 8. November 2018 at 19:52

    Danke Danke Danke für diesen Beitrag Jules! Vor erst zwei Wochen habe ich mir die Frage gestellt „Ist es gerade tatsächlich dein größtes Problem dir Gedanken darüber zu machen was du den anderen erzählst damit sie zufrieden sind und dich nicht verurteilen?“. Der Schritt, primär an sich zu denken und selbst glücklich zu sein und nicht daran zu denken, was die anderen von einem halten fällt mir unglaublich schwer und ich habe Angst davor. Danke, dass du so offen damit umgehst ♥️

  • Reply Elina 8. November 2018 at 19:55

    Leider muss ich dir widersprechen. Monogamie ist gar nichts künstlich Hergestelltes. Es gibt sehr wohl Gruppen fern unserer Zivilisation, die von Natur aus monogam leben und gar nicht wissen, was polygam, polyamorös oder monogam bedeuten. Vorsicht, wo du deine Quellen hernimmst. Ansonsten sehr guter Blogpost.

  • Reply Sophie A. 8. November 2018 at 19:55

    Schon faszinierend, wie ihr beide von anderen Menschen so stark (sexuell) angezogen seid, dass zwischen euch die Beziehung als „offen“ eingestuft werden muss.

  • Reply Melanie 8. November 2018 at 20:10

    Mich würde interessieren wie oft ihr mit anderen schlaft? Passiert das sehr häufig oder nur sehr selten?

  • Reply Mia 8. November 2018 at 20:33

    Liebe Julia, es freut mich, dass ihr beide mit dem Schritt so happy seid, das ist doch das wichtigste!
    Habt ihr feste Regeln an die ihr Euch beide haltet? Zum Beispiel wie oft mit anderen Personen treffen /schlafen? Bleibt ihr auch über Nacht weg?
    Alles Liebe,
    Mia

  • Reply Phine 8. November 2018 at 20:38

    Mich würde interessieren ob ihr feste Regeln habt und wenn ja welche wären das?

  • Reply Alicia 8. November 2018 at 21:13

    Wow…hab mir ehrlich gesagt noch nie besonders viele Gedanken darüber gemacht, evtl liegt es auch daran, weil ich allgemein sehr eifersüchtig bin. Aber evtl ist es bei vielen garkeine Eifersucht, sondern nur die Angst belogen und betrogen zu werden. Was in diesem Fall zumindest auf der körperlichen Ebene nicht passieren kann.
    Aber die Frage wie oft ihr mit anderen schläft würde mich auch sehr interessieren bzw. Ob ihr da auch so etwas wie „f+“ habt und nicht nur wechselnde Partner

  • Reply Heidi 8. November 2018 at 22:12

    schöner beitrag!
    aber abgesehen vom inhalt gefällt mir, dass du eine der wenigen blogerinnen bist, die schöne worte findet, ohne gekünstelt „cool“ zu schreiben und die nicht unbeholfen seltsame wörter benutzt, um einen eleganten, intellektuellen schreibstil vorzugaukeln. außerdem, auch wenn das vielleicht komisch klingt, machst du keinen einzigen rechtschreib- und kommafehler. das ist nicht nur total angenehm, sondern lässt dich super professionell wirken! man merkt, dass du vom fach bist 🙂

  • Reply Jaqu 8. November 2018 at 22:51

    Hey Jules,
    mich würde interessieren, wie ihr euch das in der Zukunft vorstellt? Mögt ihr später Kinder? Wenn ja, wie wollt ihr in deren Gegenwart damit umgehen?

  • Reply kathi 8. November 2018 at 22:58

    Sind eure Freunde denn Tabu?

  • Reply Marleen 8. November 2018 at 22:59

    Respekt vor so viel Ehrlichkeit! & Danke, dass du das Thema so offen anspricht. Ich finde nämlich auch, dass wir noch viel toleranter werden sollten, was Sex angeht Richtig schöner und wichtiger Blogpost!

  • Reply Celine 8. November 2018 at 23:05

    Absolut faszinierend und toll. Ich denke auch oft dass ich für soetwas offen wäre, habe gleichzeitig aber auch Angst auf der anderen Seite zu eifersüchtig zu sein. Was in meinem Kopf nun herumschwirrt ist, ob ihr euch dann bewusst sagt, dass ihr nun jemand anderen trefft, oder ob ihr das auf die spontanen Ereignisse beschränkt?

  • Reply Jessi 9. November 2018 at 8:15

    Liebe Jules,
    was für ein wunderbarer Beitrag! Ich finde es bemerkenswert wie „normal“ eine offene Beziehung für dich bzw. euch ist. Ich war auch absolut noch nie eifersüchtig in einer Beziehung aber ich denke ich wäre es wenn mein Partner auch mit anderen Frauen schlafen würde. Ich stelle es mir grausig vor, wenn man darüber spricht das der eigene Partner jemand anderen so anziehend fand das er Sex mit jemandem außerhalb der Beziehung hatte. Bisher dachte ich immer, eine offene Beziehung kann nur die Flucht nach vorne sein, eine Beziehung läuft nicht, man möchte diese aber krampfhaft behalten und nicht aufgeben. Bei euch schaut das aber alles ganz natürlich und praktikabel aus – verblüffend und befremdlich zugleich!
    Ich für mich glaube an die Monogamie und weiß, dass weder ich noch mein Partner sexueller Interesse an anderen Menschen hat. Für mich würde das eher ein Gefühl von „nicht genug“ als von Freiheit hervorrufen. Möglicherweise bin ich etwas zu alt für dieses Modell, als ich in der Pupertät war und man angefangen hatte sich für Beziehungen zu interessieren war eine offene Beziehung vollkommen verpönt und tatsächlich halte ich Immer noch an der traditionellen Beziehung fest. Für mich ist Vertrauen, Ehrlichkeit genau so wichtig und nur mit Respekt und Kompromissen kann eine Beziehung funktionieren. Ich bin aber der Meinung, gerade die Kompromisse und das aufeinander Zugehen, das füreinander entscheiden sind die schönen Dinge die mich nicht eifersüchtig sein lassen. Gesunde Eifersucht gehört irgendwie dazu was nicht heißt, dass mein Partner niemand anderen ansehen darf oder sich nicht mit Freundinnen treffen kann, generell wäre es für mich aber schlimm, würde er ab und an auch wegen Sex nicht nach Hause kommen oder noch schlimmer mit jemand anderem Dinge besser teilen können als mir mir – da würde ich mir ständig die Frage stellen, weshalb er nicht zu mir gekommen ist und was sich im Laufe der Beziehung geändert hat…
    Ich ziehe den Hut vor deiner Offenheit und wünsche euch beiden weiterhin so glücklich zu sein!
    Jeder Mensch sollte Beziehungen führen wie er es für richtig hält, so wollte ich mit meinen Worten nicht sagen, dass ich eure Art eine Beziehung zu führen verurteile oder für unecht halte, für mich wäre es einfach nur nichts und trotz aller Worte kann ich mir noch nicht wirklich vorstellen wie solch eine Beziehung gesund sein kann 🙂
    Bitte mach weiter so, ich les unheimlich gern deine Texte und ich bin begeistert von deine Ansichten, die lassen mich oft nachdenken!
    Alles Liebe, Jessi
    http://www.jessiloves.com

  • Reply Claudia 9. November 2018 at 8:38

    Für mich kommt weder Fremdgehen noch offene Beziehung in Frage. Wenn es für euch passt – fein! Meines wäre es nicht. Für mich gehören auch Liebe und Sex zusammen. Mittlerweile;-) das hab ich früher sicher auch anders gesehen!
    Du hast recht, das müssen 2 Leute gemeinsam entscheiden! Für mich eine sehr persönliche Sache. Da kann niemand dem anderen dreinreden.

  • Reply Petra 9. November 2018 at 15:15

    Mich macht das traurig. Es gibt so viele Menschen, die alleine sind und sich nach einem Partner sehnen.
    Und dann gibt es euch. Ihr habt einander und das ist euch immer noch nicht genug…

    • Reply Tanja 10. November 2018 at 17:09

      danke dir Petra für den Kommentar! Das musste auch einmal gesagt werden!

    • Reply Tanja 10. November 2018 at 17:15

      Ich meine, ist es nicht das schönste Geschenk, EINEM Menschen das Herz zu schenken, jemandem den Körper und die Liebe zu übergeben. Warum sollte ich das jemandem anderst auch geben. Ich finde es gib kein grösseres Geschenk, sich einem Menschen zu versprechen, an dieser Beziehung zu abreiten und gemeinsam zu wachsen. Und nicht seine eigenen Bedürfnissen zu befriedigen oder gierig nach immer mehr zu sein…meine Meinung

    • Reply Lily 10. November 2018 at 21:32

      Wow. Mich macht es traurig, wenn jemand so engstirnig ist, dass er nicht über den eigenen Tellerrand schauen kann und anderen aus der eigenen Lebensweise gleich einen Vorwurf machen möchte. Das ist doch ein bisschen wie das Argument, dass es den armen hungernden Kindern in Afrika irgendwie helfen könnte, wenn man den eigenen Teller aufisst? Sieh es doch mal so: Jules und Chris haben so viel zu geben, dass auch andere was abhaben können, die sonst alleine wären 😉

      PS: Ganz toller Beitrag, liebe Julia, und super geschrieben. Ich finde es toll, dass du so offen darüber schreibst, denn ich finde es wichtig, mal an starren gesellschaftlichen Strukturen zu rütteln und diese auch zu hinterfragen anstatt sie einfach so zu übernehmen, ohne sich zu fragen, ob das überhaupt das Richtige für einen selbst ist.

  • Reply Annemieke 9. November 2018 at 17:47

    Sehr spannender Blogpost!
    Und ich finde es toll, dass Du das Thema ansprichst. Ich denke auch, dass jedes Paar für sich selbst wählen kann, wie die Beziehung funktionieren kann/soll. Weder Monogamie noch Polygamie sollten in irgendeiner Art und Weise verurteilt werden. Das ist doch das Schöne am Leben, dass wir es uns frei gestalten und wählen können.
    Mich würde interessieren, wie ihr für Euch darauf gekommen seid, eine offene Beziehung zu führen und ob ihr Regeln habt? Und wenn Du es mit deinen vorherigen monogamen Beziehungen vergleichst, bemerkst Du da einen Unterschied? Fühlst Du dich bspw sicherer in der Beziehung?
    Und magst Du vielleicht mal beschreiben, wie es Dir so insgesamt ging, als Du dich das erste Mal auf jemand anderen eingelassen hast? Die Art, wie Du es in dem Blogpost beschreibst, scheint sehr gefestigt zu sein, aber war das von Beginn an so? Oder musstest Du selber auch erstmal mit Vorurteilen kämpfen?
    Ich hoffe, dass Du noch eine Fortsetzung zu dem Artikel schreibst 🙂

  • Reply Johanna Schulz 10. November 2018 at 7:48

    Hallo Liebe Julia, finden den Beitrag game ganz wichtig und super spannend. Und alle, die dir auf Instagram zuhören, haben wahrscheinlich schon auf dieses Thema gewartet, so wie ich!

    Ich weiß gar nicht, ob ich deinen Beitrag interessanter finde oder die Art der Kommentare, die er hervorbringt. Ich fürchte dass sich von diesem Thema, und ja, ähnlich zum Veganismus, viele Leute angegriffen fühlen. Ich verstehe nicht, wie man denken kann, dass alles in der Welt so läuft wie im eigenen Kopf. Dass deswegen alles andere schlecht und verwerflich sein müsste.
    Viele von den Kommentaren finde ich sehr schade und hoffe, dass du dich davon aber nicht von deinem Social Media Dasein irgendwann verabschiedest. Ich mag so gern alles daran.

    ZUM THEMA: ich kann mir mit meinem Liebesmenschen keine offene Beziehung vorstellen. Dafür erlebe ich viel zu gerne die Dinge, die ich liebe, mit ihm. Für mich hat deswegen einfach gerade niemand anderes Platz zwischen uns.
    Was aber auf jeden Fall ein großes Thema ist: Dem anderen durch eigene Offenheit und Selbstsicherheit Freiheiten zugestehen. Angefangen bei kleinen Aktivitäten, Vorlieben, Grenzen bis hin zur Sexualität.
    Durch die Welt, in die ich hereingeboren wurde, fällt mir das alles manchmal ganz schön schwer… aber ich möchte, dass mein Partner sich frei und gut mit mir an der Seite fühlt. Eine Basis miteinander haben, wo ein Gespräch über offene Beziehungen nicht direkt das Ende des Vertrauens ist. Eine Beziehung, in der so ein Gespräch nicht vor lauter Angst vor den Gefühlen des Partners vermieden wird.

    Ich bin gespannt auf alles weitere von dir <3

    Liebe Grüße
    Johanna aus Mainz

  • Reply Janina 14. November 2018 at 13:26

    Sehr sehr cool Jules!

    Mein Respekt an euch, dass ihr so eine tolle, ehrliche und wortwörtlich offene Beziehung führt! 🙂

    Und für die Menschen, die dich dafür kritisieren:
    Wie heißt es so schön – leben und leben lassen! Das sollten einige mal beherzigen, denn ich finde jeder sollte für sich selbst bestimmen dürfen, wie er seine Beziehung führen möchte und andere für ihre Art und Weise dann auch nicht verurteilen.

    Aber du bist so eine starke Persönlichkeit, ich glaube solche Kommentare wirst du erst nicht an dich ranlassen

    Ganz liebe Grüße aus Bayern,
    Janina

  • Reply Lucy 15. November 2018 at 11:30

    Ich habe eine Frage zu „Ich weiß, dass jede noch so gute Beziehung theoretisch in die Brüche gehen könnte, wenn sich eine/r der PartnerInnen Hals über Kopf in jemand anderen verliebt.“ – nicht nur an Jules, an euch andere auch: Wenn ich eine tolle, aufrichtige, emotionale, perfekte Beziehung führe, warum sollte ich mich dann *plötzlich* Hals über Kopf in eine andere Person verlieben? Dass man jemanden anderen attraktiv finden kann will ich gar nicht bezweifeln, das ist auch normal. Meiner Erfahrung nach verliebe ich mich nicht in jemand anderen, wenn ich den tollsten Partner an meiner Seite habe. Weil ich nicht auf der Suche nach etwas bin, sondern vollkommen zufrieden.
    Für mich klingt das so, als wären diese angesprochenen „guten Beziehungen“ dann wohl doch nicht „so gut“, wenn man sich so mir nichts dir nichts auf jemand anderen fokussieren kann (und bevor jetzt jemand sagt „man kann doch 2 Menschen gleichzeitig lieben“ – mag sein, aber sicher nicht gleich stark und intensiv. „Verliebtsein“ ist ein ziemlicher Ausnahmezustand (temporär), da liegt der Fokus komplett auf dem „Objekt der Begierde“). Ist der Partner dann nur „Platzhalter“ für etwas „besseres“ und man möchte sich das nicht eingestehen?

  • Kommentar verfassen