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Warum ich dieses Jahr keinen Adventskalender mache

1. Dezember 2017
adventskalender

Vor genau einem Jahr habe ich meinen ersten Blogger-Adventskalender gestartet und mich auf dieses neue Abendteuer eingelassen. 24 Gewinne, verpackt in 24 Blogposts, unterstützt durch mehr als 48 Social Media Posts. Wie viele andere Blogger habe ich die Mühen auf mich genommen und jeden Tag einen oder mehrere meiner Leser beschenkt. Am Ende war ich wahnsinnig stolz und glücklich mit meiner Arbeit, habe mich aber dennoch dazu entschlossen, dieses Jahr keinen Adventskalender zu machen.

Warum, fragt ihr euch? Nun, das hat mehrere Gründe. Mein größter und ausschlaggebendster Punkt war: ich war nach dem Adventskalender letztes Jahr absolut ausgebrannt. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mich das Ganze so stresst, so unter Druck setzt und so eine Wucht an Arbeit bedeutet. Natürlich war mir klar, dass es anstrengend werden würde, 24 Blogposts vorzubereiten und passende Gewinne zu organisieren. Woran ich allerdings nicht gedacht hab, war das ganze Drumherum.

Im Prinzip hatte jedes Gewinnspiel einen Zeitrahmen von 24 Stunden und nach den 24 Stunden wurde ausgelost. Der Idealfall wäre gewesen: ich lose aus, schreibe dem Gewinner/der Gewinnerin, er/sie gibt mir die Adresse, ich gebe die Adresse weiter und der/die Glückliche erhält das Paket. In der Realität sah das Ganze oftmals ganz anders aus, was eigentlich ganz logisch ist. Immer, wenn es viele Kommunikationsschrittpunkte gibt, gibt es auch viel Raum für Missverständnisse und Fehler. Vielleicht geht mal eine Mail nicht raus, der Gewinner sieht erst Tage später, dass er gewonnen hat, jemand gibt mir irrtümlich eine falsche Adresse oder die Firma vergisst ganz einfach, den Gewinn wegzuschicken, weil auch nur Menschen dahinterstecken und jeder Mal etwas verschusselt. Schon ein paar kleine Fehler reichen aus und schon stürzt das Kartenhaus in sich zusammen. Ich habe versucht, mit sehr viel Organisation dagegen zu wirken, aber am Ende stand ich unter Strom, war angespannt, musste alles doppelt und dreifach nachprüfen und hatte ständig Sorge, dass irgendetwas nicht funktioniert.

Obwohl ich im November schon wahnsinnig viel Vorarbeit geleistet hatte und mit Herzblut bei der Sache gewesen war, war der Dezember nervenaufreibend. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr abends im Bett liegt und euer Herz vor lauter Anspannung und Stress noch so laut und fest pocht, dass ihr nicht einschlafen könnt? So ging es mir beinahe den Ganzen Dezember und ich nahm mir einfach viel zu wenig Zeit, um abzuschalten und mal runterzukommen. Die besinnlichste Zeit des Jahres, in der man in der Regel etwas entschleunigen kann, wurde zu einer der intensivsten meines Lebens. Der Stress endete auch nicht mit dem Adventskalender, im Gegenteil.

Jänner, Februar, März, April,…

Ich muss gestehen, dass ich gefühlt ein halbes Jahr unter meinem Dezember litt. Ich war uninspiriert und müde und der Lernstress im Jänner hat mir noch den Rest gegeben. Teilweise habe ich mich tagsüber so mit Kaffee aufgeputscht, dass ich abends nicht schlafen konnte und ewig wach lag. Es war ein sehr ungesunder Kreislauf und ich habe zu dieser Zeit so wenig auf meinen Körper gehört, wie selten zuvor. Dazu kam noch, dass es mir persönlich nicht allzu gut ging und ich definitiv nicht am Gipfel meiner Glückseligkeit stand. Dass ich mir selbst nichts Gutes tue, war mir schon im Dezember klar, aber die wahren Folgen haben sich eben doch erst viel später gezeigt.

Ich glaube, dass ich generell ganz gut mit Stress umgehen kann und normalerweise ein Profi bin, wenn es darum geht, viele Dinge unter einen Hut zu bekommen. Aber ich bin auch nicht Superwoman und manchmal zeugt es von mehr Stärke, wenn man sich Schwächen eingesteht und erkennt, dass man eben doch nicht immer alles schaffen kann. Oder, dass man es zwar schaffen würde, dass aber das persönliche Glück darunter leiden würde. Aktuell, beziehungsweise in den letzten Monaten, arbeite ich an zwei großen Projekten, mit dem Blog geht es stetig voran, ich habe drei Seminare an der Uni und viele kleine und größere Prüfungen, möchte aber auch noch Sport machen und mir ein bisschen Zeit für mich nehmen. Zusätzlich starte ich bald mit zwei kleinen Jobs im PR-Bereich, um mehr Berufserfahrung zu sammeln und neue Eindrücke zu gewinnen. Ja, das ist alles wahnsinnig viel und die Stimme meiner Vernunft hat mir vor 2 Monaten gesagt: Nein, dieses Jahr machst du keinen Adventskalender. Natürlich hätte ich euch gerne wieder eine Freude gemacht und euch beschenkt, hätte meinen liebsten Kooperationspartnern gerne die Möglichkeit gegeben, einen Platz in meinem Kalender zu finden und hätte mich über die vielen Teilnahmen an meinen Gewinnspielen gefreut. Die Interaktion von euch bei meinem Adventskalender letztes Jahr war enorm und ich bin euch unendlich dankbar dafür. Nun war es aber die richtige Entscheidung für mich, an mein Wohlbefinden zu denken und mir einzugestehen, dass ich mich auf meine Projekte konzentrieren muss.

Vielleicht mache ich nächstes Jahr wieder einen Kalender – mit noch mehr Planung, Organisation und Vorarbeit. In der Zwischenzeit gibt es aber glücklicherweise ganz viele andere ambitionierte Bloggermädels, die einen Adventskalender auf die Beine gestellt haben und bei denen ihr euer Glück versuchen könnt, wie zum Beispiel The Ladies oder Sophiehearts. Ich wünsche euch einen wundervollen Dezember und einen schönen Advent – auch ohne Julesvogel Adventskalender 😉

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3 Comments

  • Reply Laurel Koeniger 1. Dezember 2017 at 23:10

    Liebe Jules,

    Du wirst es nicht glauben, aber ich habe heute tatsächlich schon an dich gedacht und mich gefragt, ob du wieder einen Kalender machst. Jetzt sehe ich am Abend deinen neuen Beitrag und kann dich bestens verstehen! Was für eine wahnsinnige Arbeit das gewesen sein muss!
    Genieß deinen Advent mit deinen Liebsten und hab eine besinnliche Zeit. 🙂

    Alles Liebe,
    Laurel

  • Reply Pauline 2. Dezember 2017 at 20:07

    Ich kann mir nur im geringen Ausmaß vorstellen wie unglaublich anstrengend und stressig sowas sein muss und es ist sehr interessant davon wirklich mal mehr zu erfahren. Mal hinter die Kulissen von größeren Blogs und Bloggerinnen zu blicken! Ich weiß selbst wie stressig das „normale“ Bloggen an sich schon ist und dabei halten sich meine Email, Kommentare usw. noch in einem überschaubaren Rahmen. Aber wenn man nebenbei noch zur Schule geht /studiert ist es manchmal einfach schwierig sich Zeit frei zu schaufeln und genau so ein Szenario, wie du letzten Dezember erlebt hast möchte ich gerne vermeiden! Denn Bloggen macht mir unheimlich Spaß und ich will, dass das auch so bleibt 🙂
    Deswegen finde ich es total vernünftig und gut, dass du dich dieses Jahr dagegen entschieden hast!

    Liebe Grüße
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

  • Reply Sandra Slusna 3. Dezember 2017 at 17:20

    Kann dich absolut verstehen liebe Jules! Ich mache dieses Jahr wie du weißt, jedes Wochenende bzw. jeden Advent ein Gewinnspiel und schon das ist mir mehr als genug Stress. Aber ich gehe ja zur Schule und kann mir den Tag nicht selber einplanen wie ich will, aber auch mit Uni ist es sicher fast unmöglich.
    Liebe Grüße, Sandra

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