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Warum ich kein Soja mehr esse

1. Oktober 2017
kein Soja

Vor einem halben Jahr habe ich beschlossen, von nun an kein Soja mehr zu essen und mal auszuprobieren, wie es mir damit geht. Gerade Veganismus wird oftmals mit einem hohen Sojakonsum assoziiert, aber ich habe es mir zur Herausforderung gemacht herauszufinden, ob es auch ohne geht.

Der Grund für meine Entscheidung war unter anderem meine Schilddrüsenunterfunktion. Zwar gibt es keine Studie, die eindeutig nachweist, dass Soja eine starke Auswirkung auf die Funktion der Schilddrüse hat, aber oftmals raten Schilddrüsenspezialisten dennoch dazu, kein Soja, oder zumindest nur wenig Soja, zu konsumieren.

Eine Zeit lang habe ich jeden Tag brav meine Schilddrüsentabletten genommen und die Tatsache, dass Soja die Wirkung vermindern kann, beiseitegeschoben. Als Tofu- und Sojamilchliebhaber wollte ich einfach nicht wahrhaben, dass mir die Produkte nicht guttun und es ratsam wäre, darauf zu verzichten.

Wie einige von euch vielleicht wissen, geht eine Schilddrüsenunterfunktion nicht ganz symptomfrei an einem vorbei. Man ist oftmals müde, nimmt sehr leicht zu, hat eine verringerte Libido, einen niedrigen Puls, fahle Haut, Verdauungsbeschwerden, ein starkes Kälteempfinden bzw. einen verlangsamten Stoffwechsel. Bei mir wurde die Unterfunktion glücklicherweise relativ früh entdeckt und wir konnten mit Medikamenten ganz gut dagegen arbeiten. Trotzdem war ich skeptisch und fing irgendwann an, den beinahe täglichen Konsum von Sojaprodukten in Frage zu stellen. Ich hatte immer öfters das Gefühl, dass mein Körper extrem schnell Wasser einlagerte und ich wollte herausfinden, ob das vielleicht mit Tofu, Sojamilch und co. zusammenhängt.

Natürlich musste ich, nun wo Soja nicht mehr als Eiweißquelle zur Verfügung stand, ein wenig umdenken und habe kleine Änderungen vorgenommen. Kein Sojajoghurt mehr, sondern eher Müsli mit Hafermilch oder Kokosjoghurt, Mandelmilch statt Sojamilch bei Starbucks und Hülsenfrüchte statt Tofu am Salat. Um bei meinem hohen Sportpensum auch genug Protein zu mir zu nehmen, verwende ich meistens eine Portion Erbsenprotein in meinem Porridge oder trinke einen Smoothie mit zusätzlichem Pflanzenprotein. So fehlt es mir an nichts und ich bin nicht auf Soja angewiesen.  Natürlich ist es immer besser, den Proteinbedarf komplett mit natürlichen und unverarbeiteten Lebensmitteln zu decken, aber momentan funktioniert es so ganz gut für mich.

Was ich ziemlich schnell gemerkt habe, ist, dass ich kaum mehr Wassereinlagerungen hatte und mein Bauch viel seltener aufgebläht war. Neben dieser positiven Entwicklung konnte ich auch noch beobachten, dass mein Stoffwechsel ein wenig besser wurde, ich weniger müde war und mein ganzer Hormonhaushalt ausbalancierter war. Kleine Veränderung, große Wirkung! Obwohl ich allgemein glaube, dass heimisches Bio-Soja sehr gesund sein kann, war der Konsum für mich persönlich einfach nicht gut und die Umstellung war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Jeder Körper ist anders, jeder reagiert anders auf verschieden Lebensmittel oder Ernährungsformen und manchmal dauert es Monate oder Jahre, bis man herausfindet, was einem guttut. Ich kenne viele Leute, nicht nur Veganer, die relativ viel Soja essen und gut damit klarkommen – für mich war es nur leider anders!

Nun verzichte ich zu 95% der Zeit auf Soja, bin aber, gerade wenn ich auswärts esse, nicht extrem streng. Dadurch, dass ich weder eine Allergie, noch eine richtige Unverträglichkeit habe, kann ich auch mal kleine Ausnahmen machen. Ich esse nach wie vor keinen Tofu, keine Sojamilch und kein Sojajoghurt, koste aber hin und wieder Soja-Eis von meinem Freund oder nasche beim Asiaten ein paar Edamame-Bohnen. Solange ich es nicht übertreibe kann mein Körper auch ganz gut damit umgehen und ich bekomme keine oder nur sehr leichte Beschwerden.

Hin und wieder hätte ich riesengroße Lust auf Tofu, Tempeh oder Edamame, aber ich habe mich mittlerweile total an die Umstellung gewöhnt und bin von der positiven Entwicklung so begeistert, dass mir diese Produkte immer weniger fehlen. Gerade weil ich ein Mensch bin, der die Signale des eigenen Körpers gut deuten kann und auch darauf eingeht, bin ich sehr froh, dass ich den Grund für mein häufiges Unwohlsein, meine Bauchschmerzen und die Wassereinlagerungen gefunden habe. Ernährung ist, wie oben erwähnt, eben sehr sehr individuell, aber mit viel Geduld schafft man es, seinen Körper genau kennenzulernen.

9 Comments

  • Reply veg.fruitia 1. Oktober 2017 at 20:16

    Spannender Beitrag Julia. Ich habe auch schon daran gedacht den Konsum zu reduzieren, fällt mir leider mega schwer obwohl ich die Produkte gar nicht sooo gerne hab.
    Konntest du bei deinen Schilddrüdenwerten ebenfalls eine Veränderung feststellen?

  • Reply Sandra Slusna 1. Oktober 2017 at 21:41

    Toller Beitrag Jules! Ich leide auch an einer Schilddrüsenunterfunktion und versuche weniger Soja zu essen, da es mir aber nicht irgendwie schlecht danach geht, nehme ich es gar nicht streng und esse immer noch ab und zu Tofu oder trinke Sojamilch wenn es keine andere gibt… Aber wenn es geht, dann trinke ich immer Mandelmilch und versuche genauso wie du meine Proteine mit Reis oder Erbsenprotein zu decken und esse sehr viel Kichererbsen, Quinoa, Bohnen, Linsen usw.
    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Reply Pauline 2. Oktober 2017 at 15:37

    Sehr interessant zu hören! Ich bin immer daran interessiert verschiedene Meinungen nach der Gesundheit von Soja zu lesen, weil sich da ja sehr die Meinungen scheiden. Allerdings denke ich, dass man hin und wieder Soja essen kann (natürlich nicht, wenn man wie du merkt, dass es einem mit der Schilddrüse ohne besser geht!) und esse selbst Tofu ca. 2 Mal die Woche und auch hin und wieder Soja Joghurt 🙂 Als Milch mag ich Hafer oder Mandel aber sowieso viel viel lieber!

    Liebe Grüße
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

  • Reply Sarah 2. Oktober 2017 at 22:29

    Wow was für ein interessanter Beitrag! Ich habe nie daran gedacht, dass der Verzehr von Tofu und eine Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung zu einander stehen/ stehen könnten. Da ich selbst von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen bin, bin ich für diese neue Informationen sehr dankbar.
    Ich habe vor kurzem meine Tabletten angesetzt, da ich nicht das Gefühl hatte, dass sie mir etwas bringen ( es war der Verdacht die Unterfunktion hänge mit einem anderen gesundheitlichen Problem zusammen, das sich aber nicht verbessert hat). Ich werde auf jeden Fall versuchen meinen Konsum zu reduzieren, vor allem weil auf die ökologischen Aspkte von Soja nicht gerade der Hit sind.

    Viel liebe Grüße
    Sarah <3

  • Reply franzislowsdown 4. Oktober 2017 at 9:38

    Toller Bericht! Ich muss selbst als komplett „gesunder “ Veganer sagen, dass ich oft das Gefühl habe, dass soya mir einfach nicht so gut tut. Bei zu viel Bekomm ich unreine Haut und zu viel Soya Cappuchino tut meinem Verdauungssystem nicht gut. Irgendwie ist das Netz da aber auch komplett gespalten, die einen sagen total ungesund die anderen sagen ist ok.Dann ist da auch die Frage wer wirklich in Europa anbaut und nicht doch in Africa zukauft.. Ich denk die Menge macht es mal auf jeden Fall und was der eigenen Körper sagt.

    xx Franzi
    https://unpetitsourireslowsdown.wordpress.com/

  • Reply More about Alex 4. Oktober 2017 at 11:14

    Wow, der Beitrag ist echt cool! Wenn man so kurz denkt, ist es eigentlich ja ganz einfach Soja wegzulassen. Jedoch glaube ich auch, wenn es dir wirklich so schmeckt, dass eine kleine Dosis Soja auch nicht schadet.

  • Reply Sabrina 8. Oktober 2017 at 15:50

    Liebe Julia,

    wirklich ein sehr interessanter Beitrag! Ich habe ebenfalls eine Schilddrüsenunterfunktion und bilde mir sogar ein, dass diese von meinem, eine Zeit lang, extrem hohen Sojakonsum kam…Das ist natürlich nicht bewiesen. Ich habe auch schon öfters gehört dass Soja diverse Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen kann. Deshalb verzichte ich nun schon sehr lange auf Sojaprodukte und fahre damit ganz gut. Wenn ich ehrlich bin, war Soja geschmacklich sowieso nie meins. Bezüglich Hafermilch empfehle ich euch die Nilk von mymuesli. Die toppt geschmacklich alle Pflanzenmilchalternativen, die ich bisher kannte.

    Viele liebe Grüße Sabrina

  • Reply mstagetanzart 12. Oktober 2017 at 12:35

    Bei dem Konsum von Soja sollte sowieso zweimal nachgedacht werden. Der Soja, den wir hier käuflich erwerben können, ist meist sehr stark gentechnisch verändert und mit Pestiziden belastet. Zumal enthält er viele Phytoöstrogene, die oftmals unseren empfindlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen können.
    Eigentlich hatte ich mal einen guten Text zum Sojakonsum, den finde ich allerdings momentan nicht. Aber als Kurzinformation ist das hier auch sehr gut https://www.zentrum-der-gesundheit.de/vegetarische-burger-ia.html

  • Reply Laura 12. Oktober 2017 at 12:42

    Bei dem Konsum von Soja sollte sowieso zweimal nachgedacht werden. Der Soja, den wir hier käuflich erwerben können, ist meist sehr stark gentechnisch verändert und mit Pestiziden belastet. Zumal enthält er viele Phytoöstrogene, die oftmals unseren empfindlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen können.
    Eigentlich hatte ich mal einen guten Text zum Sojakonsum, den finde ich allerdings momentan nicht. Aber als Kurzinformation ist das hier auch sehr gut https://www.zentrum-der-gesundheit.de/vegetarische-burger-ia.html

    Und könntest du den vorherigen Post löschen, da ist etwas schief gelaufen mit dem Namen. Mein PC hat das irgendwie automatisch geändert, ohne dass ich dies mitbekommen habe 😀

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