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Du bist ein Gewinn

27. September 2017
Du bist ein Gewinn

Heute darf ich euch mal eine ganz andere Zusammenarbeit vorstellen – ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt und bei dem ich stolz bin, euch etwas darüber erzählen zu dürfen.

Konkret geht es um die Deutsche Fernsehlotterie und die Initiative Du bist ein Gewinn. Falls ihr euch jetzt fragt, was ich als österreichische Bloggerin mit der Deutschen Fernsehlotterie am Hut habe, dann ist das natürlich ein berechtigter Einwand. Was ihr aber wissen müsst: der Großteil meiner Leser stammt tatsächlich aus Deutschland und ich fand das Projekt so schön, dass ich mich unbedingt weiter damit befassen wollte. Ich habe das Gefühl, dass dieser Initiative viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und ich finde es toll, wenn ich meine Reichweite auch für solche Dinge nutzen kann.

Das Prinzip der Sache ist denkbar einfach: mit jedem Loskauf unterstützt ihr bei der Deutschen Fernsehlotterie gemeinnützige Projekte in ganz Deutschland. Die Verteilung der erzielten Gewinne wird von der Stiftung Deutsches Hilfswerk übernommen, um auch wirklich niemanden auszuschließen und um die Beträge gerecht zu verteilen. Das Ziel der Initiative ist, die Solidarität in der Gesellschaft zu stärken und jedem zu zeigen, dass er in der Not nicht alleine ist.

Nachdem ich die Anfrage bekommen habe, hab’ ich ziemlich lange damit verbracht, mir die Projekte anzuschauen. Mich hat vor allem die Organisation „Segelrebellen“ extrem berührt, die sich zum Ziel gemacht hat, Menschen bei ihrem Kampf gegen den Krebs neue Lebenskraft zu schenken. Der Gründer, Marc Naumann, hat selbst 2 Mal einen Gehirntumor besiegt und ist noch während seiner Chemotherapie die erste Segelreise angetreten. Da er für sich entdeckt hat, wie viel Kraft und Selbstvertrauen ihm das Segeln gegeben hat, wollte er anderen dasselbe ermöglichen. Das Segeln, aber vor allem auch die harten Bedingungen, sollen jungen Krebskranken zeigen, welchen Kampfgeist sie haben und ihnen bewusstmachen, dass sie wirklich am Leben sind und viel mehr schaffen können, als sie sich zutrauen.

Für mich hat das Thema eine besonders emotionale Wucht, da ich meine Großeltern viel zu früh an den Krebs verloren habe. Ich war noch klein und meine Eltern haben versucht, dass ich nicht allzu viel von der Krankheit mitbekomme, aber natürlich konnten sie mich nicht komplett abschotten. Ich erinnere mich an Besuche im Krankenhaus, an die Nebenwirkungen der Chemotherapie und daran, dass ich so viele Situationen nicht verstanden habe. Ich wusste nicht, was die Krankheit mit einem Menschen macht, warum Oma plötzlich keine Haare mehr hat und was diese ganzen Fachausdrücke zu bedeuten haben. Als zuerst meine Oma und dann, 2 Jahre später, mein Opa gestorben ist, habe ich nur verstanden, dass sie nun wirklich weg sind, dass ich nie wieder in ihrem Garten Kirschen pflücken werde, wir nie wieder im Wohnzimmer Platten hören werden, ich nie mehr Milch mit ein paar Löffelchen Kaffee von meiner Oma bekommen werde, wir nie mehr Sommertage bei der Gartenhütte verbringen werden und meine Cousine und ich nie wieder bei ihnen mit unserer Spielzeug-Garage spielen werden. Dadurch, dass ich damals noch ein Kind war, hat es Jahre gedauert, bis ich das Ganze überhaupt verstehen konnte – was diese Krankheit ist, was mit meinen geliebten Großeltern passiert ist und was der Grund dafür ist, dass sie niemals sehen werden, wie ich erwachsen werde, die Schule abschließe, von zu Hause ausziehe und auf eigenen Beinen stehe. Das ist wahrscheinlich die persönlichste Geschichte, die ich jemals auf meinem Blog geteilt habe, aber ich wollte euch einfach meine persönliche Verbindung zu dem Thema näherbringen und die Erinnerungen ein wenig aufarbeiten und verarbeiten.

Beim Schreiben sind einige Tränen geflossen, aber es tut komischerweise trotzdem gut, sich damit auseinanderzusetzen. Jedes Mal, wenn ich nun höre, dass jemand gegen diese Krankheit kämpft, dann denke ich an meine Großeltern und wünsche den Menschen, dass die den Kampf, den meine Großeltern verloren haben, auch ein Stück weit für sie gewinnen. Ich bin froh, dass es Organisationen und Projekte, wie das der “Segelrebellen“ gibt, die Menschen unter die Arme greifen und ihnen neue Lebensenergie verleihen. Viele andere tolle Projekte, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben, findet ihr auf „Du bist ein Gewinn„.

In Kooperation mit der Deutschen Fernsehlotterie

8 Comments

  • Reply Pia 27. September 2017 at 19:39

    Liebe Julia, ein sehr sehr toller und berührender Blogpost über diese schreckliche Krankheit Krebs, an der sehr viele erkranken und zu viele sterben.. Es ist aber eine tolle Aktion der Deutschen Fernsehlotterie solche Projekte wie die „Segelrebellen“ zu unterstützen. Respekt davor, dass du diesen Beitrag geschrieben hast und die Geschichte deiner Großeltern mit uns geteilt hast.

    Fühl dich gedrückt 🙂 LG Pia

  • Reply Vroni 27. September 2017 at 19:48

    Liebe Julia,

    Da mein Kommentar vorhin aufgrund des fehlenden Logins gelöscht wurde – da ich Dussel diesen nicht gespeichert habe -, tippe ich diesen nun in leicht veränderter Form nochmals ab…

    In meinem engsten Umfeld habe ich ebenfalls mit dem Thema Krebs und dessen Folgen zu tun, weshalb ich deine persönlichen Worte leider nur allzu gut nachvollziehen kann. Ich hoffe, dass du zumindest noch die Großeltern der anderen familiären Seite hast, um weiterhin schöne „Oma & Opa mit Enkelin-Momente“ verbringen zu können – jenen Privileg habe ich leider ebenfalls nicht mehr. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und hoffe, dass du nach wie vor eine tolle Zeit mit deinen Liebsten verzeichnen kannst! <3

    Alles Liebe,
    Vroni <3

  • Reply Sandra Slusna 27. September 2017 at 21:39

    Woooow,sooo sooo schön geschrieben liebe Jules, der Beitrag hat mich wirklich sehr bewegt und mehr will ich dazu nicht schreiben, da es mich sehr getroffen hat. Ich muss jetzt eine Sache machen und danke dir, dass du mich dazu bewegt hast!
    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Reply Nina 28. September 2017 at 7:43

    Liebe Julia,
    so ein schöner persönlicher Text.. Ich finde diese Kooperation wirklich klasse!
    Bei deiner Erzählung über deine Großeltern musste ich ehrlich gesagt auch etwas weinen.. 🙁 es ist so schmerzvoll, wenn man geliebte Menschen so früh verliert! Auch ich habe meinen Opa damals im Alter von 1 Jahre an einem Gehirntumor verloren.. Ich bin so dankbar für meine anderen Großeltern, dass sie noch leben und ich so viel ZEit mit ihnen noch verbringen kann! Du hast mich wieder richtig zum Nachdenken gebracht, einfach das man so dankbar für seine Liebsten sein kann, auf die Momente mit ihnen und das sie immer hinter einem stehen!
    Fühl dich fest umarmt <3
    Liebe Grüße,
    Nina

  • Reply Mum Vogel 28. September 2017 at 10:30

    Hab dich lieb mein Schatz! Bussi Mum

  • Reply hannahh11 28. September 2017 at 15:50

    Sehr schöner Post. Großes Beiled nochmal wegen deinen Großeltern. Ich habe das Glück das aus meinem Verwandtenkreis keiner an Krebs leidet, zum Glück. Leider bekomme ich es trotzdem bei manchen Freunden mit und das macht mich so traurig.
    Fühl dich gedrückt.

    Liebste Grüße Hannahh

  • Reply Anniiitschka 29. September 2017 at 10:23

    Ich finde solche Projekte sehr wertvoll und ja, es sollte mehr davon geben und sie sollten definitiv mehr Aufmerksamkeit bekommen! Ich sitze gerade am PC und muss die Tränen zurückhalten. Ich habe meine eine Oma an ihrem dritten Schlaganfall verloren. Auch vom Brustkrebs wurde sie nicht verschont. Es tut weh, wenn man daran denkt, was sie alles nicht mehr miterleben konnte. Mein Abitur, meine Ausbildung, mein Auslandssemester… So viele schöne Meilensteine, die ich gerne mit ihr gefeiert hätte.
    Ich habe es damals auch fast bis zum Schluss nicht richtig verstanden, es war mir aber immer bewusst, dass sie krank war, denn die körperlichen Einschränkungen durch die Schlaganfälle waren drastisch.
    Ich bewundere alle Menschen, die mit so viel Kraft und Lebenswillen ihrer Krankheit entgegentreten und versuchen, das Beste aus dem Leben herauszuholen. Sie haben es alle mehr als verdient, glücklich zu sein.

    Liebe Grüße
    Anne

  • Reply Alina 4. Oktober 2017 at 11:49

    Sehr bewegende Worte Jules – Hut ab für deinen Mut und deine Kraft <3

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