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24 Stunden in Budapest

14. August 2017

Wenn ich ans Reisen denke, denke ich an exotische Länder, fremde Kulturen und lange Trips mit dem Flugzeug – dabei liegt das Abendteuer oftmals doch so nah. Obwohl ich in meinem Leben schon viel gereist bin und viele tolle Orte sehen durfte, war ich noch relativ wenig in den Nachbarländern von Österreich unterwegs. Ich war erst einmal in Tschechien, noch nie in der Schweiz und bis zum letzten Wochenende auch noch nie in Ungarn. Deshalb stand Budapest sehr weit oben auf meiner Reiseliste und als mein Freund vorgeschlagen hat, spontan in die ungarische Hauptstadt zu fahren, war ich sofort dabei.

Mein Freund ist zweisprachig ausgewachsen und spricht fließend ungarisch, was dazu geführt hat, dass Ungarn bzw. die ungarische Sprache in letzter Zeit viel mehr in meinen Fokus gerückt ist. Gerade die Tatsache, dass ungarisch so eine schwierige Sprache ist, aus der man sich nicht viel herleiten kann, fasziniert mich und ich liebe es, meinem Freund zuzuhören, wenn er ungarisch spricht. Wie schon erwähnt war ich vor unserem kleinen Trip noch nie in Ungarn und hatte nur über die Austauschschüler, die damals ein halbes Jahr lang bei uns in der Schule waren, überhaupt irgendeinen Bezug zu dem Land.

Da meinem Freund und mir zu Hause ziemlich schnell die Decke auf den Kopf fällt und wir beide am liebsten immer unterwegs sind, haben wir unter der Woche spontan beschlossen, am Wochenende einen Ausflug zu machen. Zuerst wollten wir in die Berge fahren und ein wenig abschalten und entspannen, beschlossen dann aber sehr spontan, doch nach Budapest und Mosonmagyarovar zu fahren.

Mit ein paar Snacks, einer kleinen Reisetasche und kühlen Getränken im Gepäck ging es dann auch schon los. Das Hotel haben wir auf der Fahrt über die App „Hotel Tonight“ gebucht. Ich habe die App zum ersten Mal verwendet, war aber echt begeistert davon. Man sieht in einer Liste alle Hotels, die für die folgende Nacht noch etwas frei haben und kann dann direkt über die App buchen – perfekt für spontane Trips!

Ich habe mir gedacht, dass ich mein Travel Diary diesmal etwas anders gestalten möchte – nämlich in chronologischer Reihenfolge. So kann ich euch genau erzählen, wie wir die kurze aber schöne Zeit in Budapest verbracht haben. Kurzer Disclaimer: Wir sind beide keine Fans von Touristenattraktionen und schätzen es, einfach durch eine neue Stadt zu spazieren, das Flair einzufangen und zu schauen, worüber man am Weg stolpert.

16:00 Ankunft in Budapest

Nach einer ca. 4-stündigen Autofahrt (inklusive kleiner Pausen und kurzem Aufenthalt in Mosonmagyarovar) sind wir in Budapest bei unserem Hotel, dem Hotel Rum, angekommen und konnten direkt einchecken. Wir hatten wirklich ein riesengroßes Glück mit dem Hotel – es lag Mitten in der Stadt, im Viertel Belvaros, und unser Zimmer war elegant, modern und stilvoll eingerichtet. Große Empfehlung, wenn es euch in der nächsten Zeit mal nach Budapest verschlägt! Lustig fand ich, dass „Belvaros“ auf Deutsch „Innenstadt-Leopoldstadt“ heißt – genau wie unsere Hood, der 2. Bezirk, in Wien!

In der Nähe von Belvaros liegt auch das Palastviertel und man ist nur 2 U-Bahnstationen vom Zentrum, dem Erzsébet Tér und der Shoppingmeile entfernt, wo auch viele Cafés, Bars und Restaurants liegen. Man kann aber auch direkt im Viertel um das Hotel sehr gut essen, wie wir es auch am ersten Abend gemacht haben.

Universität ELTE-ÁJK „A“ épület

18:00 Tea and Dinner Time

Wir hatten zwar auf der ganzen Autofahrt ein bisschen gesnackt, waren aber bei unserer Ankunft in Budapest doch ziemlich hungrig. Durch Michi Buchingers Budapest Video und Budapest Guide bin ich damals auf die Hummus Bar aufmerksam geworden und dachte mir: okay, das kann nur gut sein! Ich meine, welcher Hummus-Liebhaber träumt nicht von einem Lokal, in dem das Lieblingsessen schon im Namen steckt? Die Hummus Bar ist eine Kette in Budapest und es gibt mehrere Standorte, von denen einer glücklicherweise direkt bei unserem Hotel lag. Leider muss ich sagen, dass das Essen, wenn man Wiener Naschmarktqualität, Neni und co. gewöhnt ist, nur durchschnittlich gut war, aber das kann man natürlich nicht ganz vergleichen. Immerhin war es total nett im Freien zu sitzen und wir bekamen für wenig Geld riesen Portionen.

Danach haben wir uns noch einen Tee geholt und sind dann mit der U-Bahn Richtung Stadtzentrum gepilgert.

20:00 Fahrt mit dem Budapest Eye

Am Erzsébet Tér angekommen, haben wir beschlossen, zumindest eine sehr touristische Action mitzunehmen und mit dem Budapest Eye zu fahren. Für ein bisschen Romantik sind wir schließlich immer zu haben – auch wenn das bedeutet, sich 20 Minuten dafür anzustellen und knapp 20€ zu zahlen 😉 Der Ausblick vom Budapest Eye war wirklich toll, gerade am Abend mit den Lichtern der Stadt, und ich kann euch diesen kleinen Spaß auf jeden Fall empfehlen. Nach unserer Fahrt sind wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert, haben uns noch einen Tee geholt, waren in ein paar Geschäften und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen.

9:00 Frühstück im Hotel

Normalerweise buche ich in Hotels, zumindest bei Städtetrips, niemals das Frühstück dazu, aber da es in diesem Fall bei der Buchung inkludiert war, wollten wir es uns nicht entgehen lassen. Kleine lustige Side-Story: ich hatte mir eingebildet, dass ich Vollkornbrot genommen hatte, aber spätestens beim ersten Bissen von meinem „Vollkornbrot mit Gurke, Salz und Pfeffer“ wurde klar, dass es wohl eher Kuchen oder Bananenbrot ist. Wenn jemand verplant ist, dann bin das wohl ich 😉

10:00 Bummeln in der Stadt

Ich habe das große Glück, dass mein Freund genauso gerne durch Geschäfte bummelt und auf jeden Fall nicht vor Shoppingmeilen oder Einkaufsstraßen zurückschreckt. Ich hatte mir vorgenommen, in Budapest nichts zu kaufen bzw. höchstens in den Second-Hand-Vintage Läden zuzuschlagen, was auch sehr gut geklappt hat. Durch Zufall sind wir über einen richtig coolen Vintage Shop gestolpert, der auch Sonntags auf hatte und haben bestimmt über eine Stunde in diesem Paradies verbracht. Christian hat eine coole Lederjacke und ein Hemd gefunden und ich habe die perfekte Lee Momjeans und eine Levis Shorts gekauft. Second Hand Shopping ist eine ganz andere Erfahrung und natürlich ist es manchmal frustrierend, wenn es die Einzelstücke nur in der falschen Größe gibt, aber wenn man ein tolles Teil findet, freut man sich umso mehr und fühlt sich an, als hätte man einen verborgenen Schatz gefunden. Außerdem finde ich es super, dem Wegwerftrend entgegenzuwirken und bin froh, dass der Vintage Trend so einen Aufschwung erlebt.

12:00 Coffee Time – again

Zu Kaffee sagen wir niemals nein 😉 Als wir auf der Suche nach einem Lokal zum Mittagessen über das kleine, schwedische Lokal „skår“ stolperten, mussten wir schnell eine Espresso-Pause machen. Ich habe einfach ein Faible für süße, kleine, hippe Cafés!

15:00 Endlich Mittagessen!

Da wir meistens einfach drauf losgegangen sind, ohne uns irgendwelche Karten oder Pläne anzuschauen, waren wir ein wenig „lost“ und wussten nicht so recht, wo wir essen sollten. In Budapest gibt es schon viele vegane Lokale – die muss man aber erst Mal finden. Unser ursprünglicher Plan war, in der Hipster-Café Szimply zu gehen, das auch viele von euch empfohlen hatten. Nach ewiger Suche nach diesem versteckten Plätzchen mussten wir dann leider feststellen, dass es sonntags geschlossen hat (wo wir wieder bei meiner Verplantheit wären). Nach einer gefühlten Ewigkeit entschieden wir uns dann für „Japanika“ direkt am Platz vor der St. Stephans Basilika. Mit Wakame Salat, Kokosmilch-Suppe und Sushi kann man uns immer glücklich machen 😉

16:00 Budapest Scrolling

Zum Abschluss sind wir einfach noch durch die Stadt spaziert, über die Kettenbrücke gegangen, haben uns ein Eis gekauft und die schönen Hotels und Gebäude direkt am Ufer der Donau bewundert.

18:00 Homebound

Wieder waren die Taschen voller Obst, Brot, Hummus und kalten Getränken und es ging auf Richtung Wien. Diesmal sind wir ein Stückchen auf der Landstraße gefahren und haben die Grenze bei Hegyeshalom über den kleinen Grenzübergang überquert. Es gibt kaum etwas schöneres als mit dem Lieblingsmenschen im Auto zu sitzen, laut Musik zu hören und den Sonnenuntergang zu genießen – absoluter Glücksmoment!

Das waren sie – unsere 24 (oder eher 26) Stunden in der wunderschönen Hauptstadt Ungarns, Budapest. Auch, wenn wir das klassische Touristenprogramm ausgelassen und stattdessen einfach die Zeit genossen haben, konnten wir uns ein gutes Bild von der Stadt machen. Natürlich gibt es noch so viel mehr zu sehen, aber so haben wir wenigstens einen Grund, sehr bald wieder hinzufahren. Budapest ist definitiv eine unterschätze Stadt und ich kann euch sehr empfehlen, mal einen Wochenendtrip dorthin zu unternehmen.

5 Comments

  • Reply lilablumenwiese 14. August 2017 at 20:36

    oh, wie schön sich das anhört *-* Ich bin ja irgendwie der totale Fan von so spontanen Roadtrips, die haben immer so etwas inspirierendes. Wenn ich dann nächstes Jahr endlich mal 18 bin, möchte ich unbedingt einen Roadtrip nach Amsterdam machen, das ist nämlich gar nicht weit weg von mir 🙂
    Liebe Grüße,
    Lila

  • Reply Sandra Slusna 14. August 2017 at 21:50

    Ich habe auch sooo vieles über budapest gehört und war noch nie dort, sooo soo schade, aber wir haben uns schon länger mit meinen Eltern ausgemacht, dass wir im Sommer mal dorthin fahren wollen, also hoffe ich, dass wir es noch schaffen. Die Photos sind echt sooo toll geworden, super Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Reply Anelie 15. August 2017 at 8:37

    Ach Julia du bist halt echt noch ein Baby und weit davon entfernt erwachsen zu sei. Ob du es mal schaffst ordentlich auf eigenen Beinen zu stehen bezweifle ich. Allein die Entscheidung nach ein paar Monaten mit dem Freund in eine Miniwohnung zu ziehen lässt das bezweifeln. Euch zwei geb ich max ein Jahr dann habt ich es durch diesen überstürzen Entschluss kaputt gemacht. Werd mal erwachsen liebes, du bist keine 12 mehr!

  • Reply Nina 17. August 2017 at 23:21

    Mann! Könnte ich mich gerade über Anelies Kommentar aufregen, was soll das? Mein Oma hat schon immer gesagt ‚wenn du nichts nettes zu sagen hast, lass es.‘ Warum so missgünstig? Julia, ich finde Dich inspirierend und toll, ich bin ein paar Jahre älter als Du und finde es bewundernswert, wie früh Du begriffen hast, dass nicht eine skinny Figur zählt, sondern man sportlich, schlank und mit viel gesunder und ausgewogener Ernährung viel mehr positive und tolle Ausstrahlung hat… du scheinst Dein Leben derzeit sehr zu genießen und ich gönne es Dir von Herzen. Lass Dich von solchen Hatern nicht unterkriegen, man muss schon sehr unzufrieden mit dem eigenen Leben sein, wenn man solch negative und missgünstige Kommentare verfasst. Liebe Grüße, Nina

  • Reply Catagious smiles 18. August 2017 at 11:22

    Liebe Julia,
    ich finde deine Texte lesen sich unheimlich schön und auch in deinen Bildern kann man sich total verlieren und träumen. 🙂
    Ich bin auch ein totaler Fan von Roadtrips und vor allem wenn sie spontan sind und nicht lange geplant, werden sie oft noch am besten .. und dann mit dem Freund oder einem anderen besonderen Menschen dabei – perfekt!
    Es ist super schön, wie du dein Leben genießt, was du alles erlebst und unter einen Hut bekommst. Da bist du ein echt großes Vorbild und es macht Spaß, täglich deinen Beiträgen zu folgen (auch auf Instagram etc.) Bleib wie du bist. 🙂
    Liebe Grüße, Kathi

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