Ich bin auch nur ein Mensch

Heute habe ich versucht zu brainstormen und ein paar Blogpost Ideen aufzuschreiben und bin dadurch wieder auf eine Idee gekommen, die ich schon vor Monaten umsetzen wolle: nämlich, einen Blogpost über meine guten und meine weniger guten Eigenschaften zu schreiben – ein  bisschen selbstkritisch, neutral, aber auch einfach ehrlich. 

Ich glaube, es tut uns allen gut, mal nachzudenken: was macht mich aus? Was kann ich besonders gut? Welche guten Eigenschaften habe ich? Aber mindestens genauso gut ist es, sich einfach mal zu fragen: woran kann ich noch arbeiten und was kann ich verbessern? Keine Frage, niemand von uns ist perfekt, jeder hat kleine Makel und Macken , aber trotzdem schadet es ja nicht, mal zu reflektieren und sich dem bewusst zu werden.

Zur Schulzeit war ich in meiner Klasse immer eine der Peers-Sprecherinnen, was bedeutet hat, dass wir uns immer wieder getroffen haben und beraten haben, wie man die Schule zu einem gesünderen und sichereren Ort machen kann – so ungefähr zumindest. Es gab coole Workshops und ich fand die Jahre als Peers-Sprecherin immer sehr spannend, da wir auch viel zu Wohlbefinden, Sport, Ernährung, Psyche und Entwicklung gemacht haben und das genau mein Ding war. Ein Mal pro Jahr gab es für die Jüngsten der Schule Peers-Tage, an denen Oberstufenschüler statt den Lehrern in den Klassen „unterrichtet“ haben. Wir haben mit den Kindern Workshops gemacht, Plakate gestaltet und versucht, ihnen spielerisch gesundes Leben näherzubringen. Eine der Aufgaben war: wir gestalten ein Plakat und jeder darf 2 Post-its drauf kleben – einmal mit 3 Stärken und einmal mit 3 Dingen, an denen er oder sie noch arbeiten sollte. Warum ich euch das erzähle? Wir haben nie zu den Kindern gesagt: „Was sind eure Schwächen?“ – weil das nicht das Bild war, das wir vermitteln wollten. Sie sollten stattdessen eben Dinge aufschreiben, an denen sie noch arbeiten sollten. Denn nicht immer sind diese Dinge nur negativ zu betrachten – deshalb mag ich diese Formulierung einfach lieber und greife sie für meinen Post auf.

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Meine Stärken

Zuerst zu meinen Stärken: Dinge, auf die ich stolz bin, die mich ausmachen und die ich an mir selber toll finde.

Mitgefühl und Hilfbereitschaft

Schon immer war ich jemand, der Anderen gerne geholfen hat und auch, wenn ich gelernt habe, auch mal mich selbst vorne anzustellen, versuche ich immer noch, alle Menschen, die mir wichtig sind, glücklich zu machen. Außerdem spende ich regelmäßig an die UN, um Kindern in der 3. Welt mit Nahrung zu versorgen, spende Kleidung oder kaufe Obdachlosen auf der Straße etwas zu Essen. Ich versuche, nicht mit Scheuklappen durchs Leben zu rennen und finde es einfach wichtig, Andere zu unterstützen und nicht immer an sich selbst zu denken. Gerade dieses Mitgefühl bricht mir manchmal fast das Herz, weil man niemals allen helfen kann, aber ich bin froh, immer mal wieder einen Teil dazu beizutragen, das die Welt ein schönerer Ort für alle wird.

Reifes Denken

Natürlich mache ich mal Fehler oder trete in ein Fettnäpfchen, aber grundsätzlich ist mein Verhalten sehr reif und erwachsen. Ich versorge mich selbst, gehe meinen Pflichten nach, weiß, was ich zu tun habe und bin auch in meinem Denken weiter als viele Gleichaltrige. Schon immer habe ich einen eher älteren Freundeskreis gehabt und fühle mich oftmals gar nicht wie 19. Jeder wünscht sich zwischendurch mal, wieder Kind zu sein, aber sonst bin ich wirklich stolz auf mein reifes Verhalten.

Selbstbewusstes Auftreten

Ich gehe offen auf Menschen zu, auch auf jene, die ich noch nicht kenne und fühle mich auch in einem Raum voller Fremder wohl. Grade in der Medienbranche ist das meiner Meinung nach super wichtig und hinterlässt Eindruck bei den Menschen.

Mal nachdenklich, mal schrill

Ich bin sehr vielseitig: manchmal bin ich ruhig und in mich gekehrt und manchmal lache ich laut und bin ein bisschen schrill. Natürlich weiß ich auch, wann was angebracht ist und glaube, dass gerade diese Mischung mich ausmacht.

Durchhaltevermögen und Disziplin

Auch früher schon war ich ein irrsinnig ehrgeiziger Mensch und wenn ich mir etwas vornehme, dann ziehe ich es auch durch! Sei es nun ein tougher Workoutplan oder ein persönliches Ziel. Ich glaube schon, dass man sich Disziplin auch aneignen kann, aber die Grundvorraussetzung war bei mir irgendwie immer schon da und ich als kleiner Sturkopf musste das, was ich erreichen wollte, auch durchziehen.

Woran ich arbeiten muss…

Quelle: Pinterest.com

Quelle: Pinterest.com

Ungeduld

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und das äußert sich oft sehr deutlich bei mir. Manchmal sehe ich etwas, das ich gerne haben möchte und kann keine 2 Tage warten. Es muss dann einfach sein – auf der Stelle! Ich glaube, diese Eigenschaft habe ich von meinem Papa geerbt, der ist in der Hinsicht nämlich genauso. Wenn mein Freund trödelt, werde ich auch ganz unrund und kann dann absolut nicht warten.

Misses Always Late

Das ist wohl meine schlimmste Charaktereigenschaft und bereitet mir häufig Kopfzerbrechen. Meistens schaffe ich es einfach nicht, rechtzeitig wegzugehen und habe dann einen riesen Stress. Zwar schaffe ich es oft noch pünktlich zu meinem Termin, aber dafür muss ich dann rennen oder mich komplett abhetzen. Wenn die U-bahn dann nur 3 Minuten zu spät kommt, geht mein Zeitplan schon nicht mehr auf. Ich muss wirklich lernen, mehr Zeit einzuplanen! Man sagt, dass Menschen, die sich da schwer tun, Optimisten sind, weil sie davon ausgehen, dass eh alles glatt geht – leider nicht immer! Auch für mein persönliches Wohl ist es sehr wichtig, mir mehr Zeit zu nehmen, um irgendwo hinzukommen und noch dazu ist es, wie ich finde, eine schreckliche Eigenschaft, immer spät dran zu sein.

Kleine launische Zicke

Wenn mich etwas nervt oder wütend macht, wirkt sich das leider ziemlich schnell auf mein Gemüt aus und selbst, wenn ich vor 5 Minuten noch gut drauf war, ziehe ich ein Gesicht. Das geht für mich eigentlich gar nicht und ich versuche, mich nicht selber runterzuziehen. Positiv zu denken fällt mir an sich ja nicht schwer, aber manchmal stehe ich mir selbst im Weg. Ich brauche mehr Positive Vibes.

Alles gleichzeitig machen

Wie ich schon mal in einem Blogpost über „Generation Reizüberflutung“ geschrieben habe, fällt es auch mir schwer, einfach nur eine Sache zu machen – „Nur“ Serien gucken, „nur“ Kochen, „nur“ spazieren gehen. Ich möchte gerne mehr abschalten, mich auf einfache Dinge konzentrieren, aber das ist oftmals leider sehr schwer und kaum umsetzbar für mich.

Bestimmt würden mir noch hunderte Dinge einfallen, aber das würde den Rahmen des Blogposts ziemlich sprengen. Ich kann euch auf jeden Fall empfehlen, euch mal ein paar Dinge aufzuschreiben und euch auch Gedanken drüber zu machen. Wie gesagt: Jeder hat Macken und das ist gut so – aber an vielen Dingen kann man arbeiten und am Ende ist man vielleicht eine noch glücklichere Version von sich selbst.

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6 Comments

  • Reply kathleensdream 6. Juli 2016 at 22:29

    Ich liebe diese Art von Posts!!! Diese Ehrlichkeit, die du hier präsentierst – einfach klasse. Besonders gut daran ist es, dass du einfach zum Nachdenken anregst. Es ist wirklich wichtig, sich selbst einmal bewusst zu machen, woran man möglicherweise noch arbeiten kann, um einfach das Beste aus sich selbst heraus zu holen 🙂

    Liebe Grüße,
    Kathleen
    http://www.kathleensdream.de

  • Reply Laura 7. Juli 2016 at 0:52

    So ein schöner Beitrag Julia! Find das so gut wenn man auch über sich selbst nachdenken kann und sich selbst kleine Macken eingesteht 🙂 allein das zeigt schon deine Stärke, dass du ein reifes Denken hast!
    Bussis aus Bali,
    Laura
    http://www.meet-laura.com

    • Reply Julia Vogel 17. Juli 2016 at 21:51

      Danke meine liebste Laura ;** Bussis nach Bali 🙂

  • Reply andthenanna 12. Juli 2016 at 15:18

    Der Post hat mir wirklich super gefallen!!! Ein ganz toller Denkanstoß. Ich persönlich bin mittlerweile stolz darauf, dass mir überhaupt einige meiner Stärken einfallen, wenn ich darüber nachdenke – noch vor ein paar Jahren hatte ich ein viel zu niedriges Selbstbewusstsein und sehr verzerrtes Bild meiner Persönlichkeit. Gleichzeitig denke ich auch, dass es sehr wichtig ist, immer weiter an sich zu arbeiten und das eigene Verhalten zu reflektieren. Danke für die Inspiration, liebe Julia! 🙂

    • Reply Julia Vogel 17. Juli 2016 at 21:46

      Das ist echt schön, dass dir mittlerweile einige Stärken einfallen und du selbstbewusster geworden bist :* Und du hast absolut recht: man muss auch immer weiter an sich selbst arbeiten 🙂

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